Mit Kunst Grenzen überwinden – Neue Gruppenausstellung in der Pashmin Art Gallery

Ausstellung Grenzenlos Pashmin Art GalleryDie Künstler Bassim Al Shadhir (v.li.), Amir Karimi, Petra von Langsdorff und Elke Zückert sowie die Kuratorin Zahra Hasson und der Laudator Peter Schütt.

Die Gemeinsamkeit von Kulturen – Ausstellung in Hamburg Hammerbrook mit Arbeiten der Künstler: Petra von Langsdorff , Bassim Al Shadhir, Elke Zückert und Amir Karimi in der Pashmin Art Gallery

von Cetin Yaman
Ein ambitioniertes Ziel verfolgt die derzeitige Ausstellung mit dem Titel „GRENZENLOS“ in der Pashmin Art Gallery in Hamburg-Hammerbrook. Werke von Elke Zückert und Petra von Langsdorff, beide aus Deutschland, Amir Karimi aus dem Iran sowie von Bassim Al Shadir aus dem Irak, wurden von Kunsthistorikerin Zahra Hasson mit dem Ziel zusammengestellt, das Gemeinsame von verschiedenen Kulturen aufzuzeigen.

„Alle Künstler sind Grenzüberschreiter, sind Brückenbauer: zwischen Abend- und Morgenland, zwischen den Kulturen und Religionen, zwischen den Stilen und Malweisen, zwischen Realismus und Abstraktion, zwischen Malerei und Photographie“, so Laudator Peter Schütt in seiner Vorstellung der Künstler.

In den Arbeiten der vier geht es um Leid, das aber nicht passiv als Schicksal hingenommen wird, sondern mittels der Kunst überwunden werden soll. Allen beteiligten Künstlern ist dabei gemeinsam, dass in die Schnittmengen von Kunst und Religion beschreiten.

Elke Zückert

Fotografin Elke Zückert geht das Thema direkt an, in ihren Werken ist häufig ein leeres Kreuz zu sehen, ein Symbol des Todes, aber auch gleichzeitig seiner Überwindung. Über ihren Werdegang berichtet die Künstlerin: „Meine Bilder sind entstanden in der Stille mit Kampf, Einsamkeit und Ohnmacht. In meinem Leben ging es nicht nur ums Leben, sondern ums Überleben. Durch die Liebe zu meinem Sohn blieb mir gar nichts anderes übrig als zu kämpfen. Die Fotografie treibt mich an. Alles wird lebendig. Meine Bilder entstehen im täglichen Leben – mit Eindrücken, die mich in meinem Innersten bewegen.“

Amir Karimi

Als therapeutische Grunderfahrung kann man auch die Kunst von Amir Karimi bezeichnen. Großformatige, mit expressiven Farben versehene Gemäldes sind deutlich als auf die Leinwand gebrachtes Innenleben interpretierbar. Karimis Leben, das vom häufigen Auf und Ab gezeichnet ist, brachte ihn schließlich in einer Krisensituation zur Kunst.  Der Iraner definiert seine gegenwärtige Malweise mit folgenden Worten: „Die Malerei und das Wissen über das Große und Ganze, von dem ich nur ein winziger Teil bin, gehören für mich zusammen. Frei zu malen, ohne irgendwelche Anhaftungen und Bindungen, bedeutet für mich, die bedingungslose Liebe so konkret wie möglich zu machen. Das soll meine Kunst sein, im Leben wie auf der Leinwand.“

Bassim Al Shadir

Schließlich ist mit Bassim Al Shadir noch ein weiterer Künstler aus dem Nahen Osten mit dabei. Aus Basra im Irak stammend, gehört er der religiösen Minderheit der Mandäer an, der Johanneschristen, die als ihren Propheten Johannes den Täufer verehren. „Seine surrealistischen, grotesken, symbolträchtigen Bildkompositionen, die Anregungen seiner Vorbilder Max Ernst, Salvador Dali und Otto Dix erkennen lassen, scheinen geradezu prophetisch die Schrecken des Krieges, der Gewalt und des Terrors vorwegzunehmen, die seit fast dreißig Jahren den Nahen und Mittleren Osten heimsuchen. Bassim Al-Shadirs Bilder sind im wahren Sinn des Wortes unheimlich. Sie verbinden Physik und Metaphysik, das aktuellen Kriegsleid mit dem Jüngsten Gericht. Eine überdimensionierte Hand greift zum Himmel. Eine Himmelsleiter führt zum Mond, und zu ihren Füßen warten endlose Menschenkolonnen, die endlich dieses irdische Jammertal verlassen wollen“, so Peter Schütt. Al-Shadir lebt mittlerweile als Maler und Künstler und als Berater der Regierung in Umweltfragen in Bagdad.

Petra von Langsdorff

Mit Petra von Langsdorff ist schließlich eine Vertreterin der interreligiösen Szene in Hamburg in der Ausstellung dabei. In den Worten von Schütt handelt es sich bei den Bildern von Petra von Langsdorff um Werke in statu nascendi, im Zustand des Geborenwerdens. „Sie strahlen den magischen Reiz des Unvollkommenen, des Unvollendeten aus. Sie müssen von ihren Betrachtern zu Ende gedacht und gemalt werden. Das ist ein mystisches Gestaltungsprinzip“.

Die Pashmin Art Gallery hat Ende vergangenen Jahres eine Dependance in Shanghai/China eröffnet, aus diesem Grunde konnte Galerist Nour Nouri nicht zur Vernissage anwesend sein. In seiner Vertretung erläuterte Zahra Hasson die Philosophie des Hauses: „Uns geht es um Passion und Vision, darum einen multikulturell weiten künstlerischen Austausch zu erreichen und sich dafür einzusetzen, überaus weit und ziemlich grenzenlos. Kunst kennt keine Regeln, das heißt sie soll und darf keine Grenzen beziehungsweise Hürden erfahren. Kunst ist frei und kann sich nur entfalten, wenn sie frei und uneingeschränkt geschaffen und betrachtet werden kann“.

Ausstellung Grenzenlos

Pashmin Art Gallery
Wo:
Gotenstraße 21 (Eingang Wandalenweg)
20097 Hamburg Hammerbrook
Wann:
Ausstellungsdauer bis zum 26.04.2017
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr und nach Terminabsprache.
pashminart-gallery.com