LeadAwards: Beef! aus Hamburg ist Spitze!

Lead Awards 2015Die Süddeutsche Zeitung wurde LeadZeitung des Jahres 2015. Moderator Friedrich Lichtenstein (Mitte) übergab den Preis an (v.li.): Dirk Merbach (stellvertretender Art Director), David Pfeiffer (Leitender Redakteur SZ am Wochenende), Christian Toensmann (Art Director) und Wolfgang Krach (Chefredakteur). Foto: C. Yaman

LeadAwards in den Deichtorhallen: Beef! ist LeadMagazin2015, die SZ ist LeadZeitung des Jahres. Hamburger Medien und Agenturen liegen ganz vorn

Von Cetin Yaman
In den Deichtorhallen wurden der Medienpreis LeadAwards 2015, der Oscar für Print-Magazine, Fotografie und Webseiten, vergeben. Mit vier Goldauszeichnungen in den Kategorien Illustration, Beitrag des Jahres, Reportage-Fotografie, Architektur- und Still-Life-Fotografie sowie jeweils zwei Silber- und Bronze-Medaillen ist das „ZEITmagazin“ der erfolgreichste Zeitschriftentitel in den Einzeldisziplinen. Das „ZEITmagazin International“ erhielt Silber in der Kategorie LeadMagazin des Jahres.

Insgesamt ist die Qualität im Vergleich gemessen an dem hohen Niveau der Arbeiten im Jahr 2014 noch einmal deutlich gestiegen, so Markus Peichl, Vorsitzender der LeadAcademy: „Insbesondere die Zeitung erfindet sich gerade nochmals neu. Die Kreativität scheint sich inzwischen reziprok zur wirtschaftlichen Entwicklung zu verhalten. Was in den Zeitungs- und Magazin- Redaktionen geleistet und gewagt wird, verdient größten Respekt.“

BEEF-Magazin-TitelDas LeadMagazin 2015 ist „Beef!“ aus dem Hause Gruner + Jahr. Peichl: „Themenwahl, Fotografie, Headlines, Text, alles gut recherchiert und durchdacht. Ein Magazin, bei dem alles passt, das zeigt, wie man eine schmale Zielgruppe von Männern perfekt anspricht.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ wurde von der hochkarätigen Jury zur LeadZeitung des Jahres gekürt. Sie punktete insbesondere mit ihren Rubriken der Wochenendausgabe ‚Buch Zwei‘ und ‚Großformat‘ sowie ihrer Sonderbeilage zur großen Robert-Frank-Ausstellung, bei der die gezeigten Exponate in Kooperation mit der ‚SZ‘ auf Zeitungspapier gedruckt wurden.

Newcomer des Jahres ist „Wired“ aus dem Condé Nast Verlag. Die einstige GQ-Beilage habe unter Beweise gestellt Beweis, dass man auch ein junges Publikum mit Magazinen begeistern könne. Silber ging an „Bilanz“ das in Hamburg erscheint und vom Axel Springer Verlag herausgegeben wird, ein fundiertes Wirtschaftsmagazin, so die Jury, mit einer ausgesprochen zeitgemäßen Gestaltung und Herangehensweise. Das mit Bronze prämierte Magazinprojekt „MC1R“ (Inspiring Network) ist eine Zeitschrift von Rothaarigen für Rothaarige.

Einen LeadAward in Gold für die Kampagne des Jahres gab es für die Apple-Kampagne „Fotografiert mit dem iPhone 6“ von TBWA. Silber und Bronze gingen unter anderem an die Netflix-Kampagne von der Hamburger Werbeagentur Kolle Rebbe und an „Rechts gegen Rechts“ von GGH Lowe und Grabarz & Partner (Hamburg), die beide in herausragender Weise virale Mittel und Internetmechanismen einbauten. „Die Werbung geht endlich souveräner und selbstverständlicher mit dem Internet und den digitalen Kommunikationstools um“, so Peichl.

Mühe holt erneut Gold in der Kategorie Porträtfoto des Jahres,  „ShareTheMeal“ zum Startup des Jahres gekürt

Das Foto des Jahres erschien in der „BILD Zeitung“. Wie bereits 2014 konnte Andreas Mühe überzeugen, dieses Jahr mit dem Foto „Kohl am Tor“ aus der Produktion „Das Denkmal“ . Die Inszenierung des Alt-Kanzlers Helmut Kohl im Rollstuhl auf dem menschenleeren Pariser Platz, im Hintergrund das Brandenburger Tor, entfaltet ihre Wirkung durch den Spielraum der Interpretation. Aber auch eine Vielzahl von Reportagen aus den Krisenherden der Welt konnten überzeugen. So das Bild von Olivier Jobard aus Geo, das zum Foto des Jahres gekürt wurde. Jobart hatte es bei der Überfahrt mit Flüchtlingen in einem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland aufgenommen. Geo-Bildchefin Ruth Eichhorn dankte ihm in einem besonders bewegenden Moment auf der Bühne: „Wir können gar nicht genügend würdigen, dass Sie immer wieder Ihr Leben riskieren, damit solche Bilder entstehen.“

Zum zweiten Mal hat die LeadAcademy einen Startup des Jahres gekürt. 2015 geht die Auszeichnung an die Smartphone-App „ShareTheMeal“, eine gemeinnützige Initiative des United Nations World Food Programme. Peichl: „Das Internet steht für Shitstorms, für Hetze, für Kampagnen. Gleichzeitig gibt es aber auch viele moralisch-ethische Initiativen wie ‚ShareTheMeal‘, die gesellschaftliche Relevanz haben.“

Auch in diesem Jahr hat die LeadAcademy wieder gemeinsam mit Spiegel Online und dem Hamburger Abendblatt einen Publikumspreis in der Kategorie „Foto des Jahres“ ermittelt. Die meisten Stimmen erhielt Roberto Schmidt für seine Arbeit „Schlechte Aussicht“, erschienen im „Stern“ Nr. 36/2015. Zu sehen ist darauf ein Wohnzimmer ohne Wände im Kriegsgebiet in Syrien.

Die LeadAwards stehen für ein einzigartiges Jurierungsverfahren. Es gibt keine Einreichungen. Die diesjährigen Nominierungen sind aus einer dreimonatigen Sichtungsphase und fünf abschließenden Jurysitzungen mit insgesamt 122 Experten aus der Kommunikations- und Medienbranche hervorgegangen.

Alle nominierten Arbeiten werden noch bis zum 8. November 2015 im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen, Deichtorstraße 1–2, 20095 Hamburg gezeigt. Wegen des großen Publikumsinteresse haben die Deichtorhallen am Schlusswochenende 7./8. November die Öffnungszeiten bis 21.00 Uhr verlängert..

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