N Klub – Ganz viel Haltung beim Netzwerkabend

Olaf Scholz und Lars Meier in einer PodiumsdiskussionLars Meier im Gespräch mit Olaf Scholz (c) Gude Leute Fabrik

Was geht – Der N Klub fragt nach?! – Olaf Scholz war in Zusammenarbeit mit der SPD Bürgerschaftsfraktion beim Nachhaltigkeitsnetzwerk N Klub im St. Pauli Theater zu Gast.

In Hamburg gibt es eigentlich nur noch zwei Farben, rot und grün, die politisch eine Rolle spielen. Der Rest sind Zählkandidaten oder wird wie im Fall der AfD konsequent und wirksam von der Politik, den Medien und der Kulturszene isoliert und eingedämmt.

So hatte der Donnerstagabend im St. Pauli Theater Heimspielcharakter als sich auf Einladung des Nachhaltigkeitsnetzwerk N Klub die Hamburger Politik-, Nachhaltigkeits- und Kulturszene traf. Gastgeber der Veranstaltung „Was geht – Der N Klub fragt nach?!“ waren der N Klub und die SPD Bürgerschaftsfraktion.

N Klub Lars Meier spricht mit Olaf Scholz

Im Mittelpunkt des Abends das Gespräch von Lars Meier (N Klub-Initiator, Geschäftsführer der Gute Leude Fabrik) mit Bundesfinanzminister und Vizekanzler und Ex-Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) unter anderem über die Themen Nachhaltigkeit sowie aktuelle politische Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Hansestadt.

Wie konnte es anders sein, Thüringen war das aktuelle Thema. Eine Steilvorlage für Olaf Scholz, der seine Entrüstung freien Lauf ließ:

„Ich hatte das Gefühl, das kann nicht wahr sein, dass so etwas in Deutschland passiert. Das ist ein Tabubruch in unserem Land, das kann nicht so stehen bleiben.“

Wie zu erwarten, wurde das mit fast frenetischen Applaus im Publikum kommentiert.

Seine Partei habe sich sofort zusammen geschaltet und miteinander festgelegt, was passieren soll. Es sei klar gewesen, dass die SPD-Parteispitze das Ganze gemeinsam stemmen müsse und dass sei seiner Meinung nach sehr gut gelungen.

„Es ist ein sehr bedrückender Vorgang, dass eine rechtpopulistische Partei an der Regierungsbildung mitwirkt, das muss schnell bereinigt werden, das ist ein ganz zentraler Punkt. In Hamburg wurden bereits entsprechende Erfahrungen gemacht, was schlimm war, aber das ist nun noch eine Nummer schlimmer“,

fuhr Olaf Scholz fort.

Die Sprache und somit wohl auch Gedanken vom Thüringer AfD-Chef Höcke verortet Scholz im „21-Jahrhundert Mein Kampf‘. An die Führung der CDU/CDU setzte er eine deutliche Handlungsaufforderung:

„Alle Demokraten brauchen jetzt eine ganz klare gemeinsame Haltung, damit so etwas nicht noch einmal passieren kann und Lösungen gefunden werden.“

Ob das Wahlergebnis auf die Hamburger Politik ausstrahlen könne war für Olaf Scholz eindeutig mit einem „JA“ zu beantworten. Derzeit scheinen die Hamburger sehr zufrieden mit der Politik in der Stadt zu sein.

Olaf Scholz ist stolz auf Hamburg

Vieles macht Olaf Scholz froh. So die planvolle Schaffung von Wohnraum, darunter viele Sozialwohnungen, die für Deutschland beispielhaft ist. Auch Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsthemen entwickeln sich weiter und kommen voran. Vieles was er in seiner Amtsperiode begonnen oder angedacht hat, wird jetzt finalisiert.

Weniger emotional wurde es bei den Themen Finanztransaktionssteuer oder Bonpflicht, die gerade in den Medien auf kritisches Echo stoßen. Ein ‚Dittsche‘ würde gerade die Bonpflicht zur ‚Weltidee‘ erklären.

Nachholbedarf und zu wenig Offenheit

Wenn in Deutschland bei Netzwerkveranstaltungen etwas beliebt ist, dann sind es Paneldiskussionen. Moderiert von Arne Platzbecker  (SPD-Wahlkreiskandidat) sprachen Dr. Carsten Brosda (Senator für Kultur und Medien), Frauke Thielecke (Regisseurin) und Ulrich Waller (Regisseur & künstlerischer Leiter des St. Pauli Theater) über Nachhaltigkeit in der Kulturszene und den kulturellen Nachholbedarf in der Hansestadt.

„Hamburg und Deutschland generell können immer noch vom Ausland lernen, vor allem was Offenheit angeht“,

stieg Frauke Thielecke in das Gespräch ein.

Vor allem in den USA werde man mit einer guten Idee offen empfangen, während in Deutschland zuerst die vorangegangenen Projekte und die Vita überprüft werden, bevor man eine Chance bekomme, fuhr sie fort.

Carsten Brosda sah bei der gesellschaftlichen Offenheit Nachholbedarf und formulierte seinen Wunsch an Kulturschaffende – mit Blick auf die Ereignisse in Thüringen – ganz klar:

„Wir müssen es miteinander schaffen, die Offenheit vorzuleben, die gerade in Gefahr ist.“

Auf die Frage, wie intelligent Kultur in der heutigen Zeit überhaupt sein dürfe, stellte Ulrich Waller heraus, dass intelligente Kultur in Deutschland ganz anders bewertet würde als im Ausland:

„Die Frage, ob Kultur überhaut hochwertig ist, ist ein merkwürdiges deutsches Phänomen.“

Seiner Meinung nach habe Brosda ein klares kulturelles Gesamtbild vor Augen, was seiner Meinung nach sehr wichtig sei, um nicht nur zu reagieren, sondern langfristig eine Vision – auch für die Hansestadt – zu haben.

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