Nichts verflixt! Die 13. Ausgabe von Hamburgs Spitzen

Die Netzwerkveranstaltung Hamburgs Spitzen Gäste des AbendsHamburgs Spitzen Gastgeber im Sofitel - Lars Meier, Ralf-Martin Meye, Niklas Wilke, Bart Westerhout, Jens Meier-Dr. Thomas Brakensiek Foto: Gute Leude Fabrik

Netzwerkveranstaltungen haben das Image, dass die Kontakte eher belanglos sind, Drinks eher zu warm sind und das Essen eher fade ist. Auf den Netzwerktreff  „Hamburgs Spitzen“ am Montagabend im Hotel Sofitel Alter Wall traf allerdings keiner der Kritikpunkte zu. Im Sofitel trafen sich rund hundertfünfzig Geschäftsführer und leitende Köpfe Hamburgs und sprachen unter anderem über die wirtschaftliche Lage der Stadt.

Nord Spitzen blicken auf Hamburg

Hamburger Spitzen-Macher Lars Meyer (Geschäftsführer Gute Leude Fabrik) hat erneut ein gutes Händchen bei der Zusammenstellung des halbstündigen Bühnentalks gehabt. Das Thema: Nord Spitzen blicken auf Hamburg, war interessant und machte doch so einiges deutlich. ZEIT-Hamburg-Redakteur Patrik Schwarz sprach mit Dr. Bernd Buchholz (Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein), Willi Lemke (Senator a.D. der Freien Hansestadt Bremen) und Lutz Marmor (Intendant des Norddeutschen Rundfunk). Alle drei outen sich als wahre Fans des Nordens auch wenn sie natürlich Hamburg aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln wahrnehmen und mit der Stadt zu tun haben.

Einigkeit herrschte unter den Talkgästen, dass Hamburg und der Rest des Nordens sich weder wirtschaftlich noch politisch trennen lassen. Gemeinsamer Nenner war ihre Verbundenheit mit dem Norden und ein Willen zur Veränderung.

„Wenn es Hamburg gut geht, geht es dem Norden gut“, sagte Bernd Buchholz und erntete damit eifriges Nicken seiner Talkpartner.

Gemeinsame Entscheidungen bezüglich Schul- und Ausbildung zu erreichen, war vor allem Willi Lemke wichtig. „Da müssen wir eben Kohle in die Hand nehmen“, fand er.

„Kein Wachstum ist keine Option“, unterstrich NDR-Intendant Lutz Marmor und fügte hinzu, dass man für Veränderungen allerdings immer auch Mut brauche. Ein gemeinsamer „Nordstaat“ sei zwar momentan nicht abzusehen, prinzipiell aber eine gute Idee.

Bernd Buchholz merkte an diesem Punkt an, dass die Not zur Veränderung momentan nicht groß genug sei. Partner suche man sich wie in der Wirtschaft oft erst, wenn man alleine nicht mehr weiter komme, und dieser Punkt sei noch nicht erreicht.

Mit besonders viel Applaus wurde eine Aussage von Lutz Marmor gewürdigt, die die Wichtigkeit der Demokratie unterstrich: „Wir alle müssen mehr Eintreten für demokratische Grundrechte: Gewaltenteilung, unabhängige Gerichte, eine freie Presse,  unabhängige Medien. Das nehmen wir so hin, aber das ist keineswegs so sichergestellt, wie ich es geglaubt habe.“

Euer neuer Bürgermeister kommt aus Bremen

Abschießend wünschten alle drei Talkgäste dem neuen Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher Mut und Glück für die bevorstehenden Aufgaben. Willi Lemke schloss mit einem Augenzwinkern und den Worteneuer neuer Bürgermeister kommt aus Bremen. Deshalb: viel Glück.“ 

Allerdings, man merkte dem Gespräch an, man bewegt sich in einer Komfortzone, die vielleicht durch die gute Wirtschaftslage momentan besonders kuschelig ist. Da stören Veränderungen viele Menschen und machen träge.

Es schlossen sich angeregte Unterhaltungen, Gelächter und bunt gemischte Runden, die den Austausch offensichtlich genossen, an. Das Resümee bei einigen Gästen des Abends war allerdings, ein Konzept oder eine Idee, wie der Norden gemeinsam etwas „stemmen kann“ blitzte nicht wirklich auf, es war ein Tick zu viel Grundgelassenheit im Raum.

Nur, wir befinden uns in einen sehr dynamischen internationalen Wettbewerb, Metropolräume müssen vernetzt werden, Konzepte fürs Wohnen müssen entwickelt, das Gewerbe benötigt Flächen und der Verkehr muss effizienter organisiert werden. Das geht nicht, wenn Planungen an Landes- oder Gemeindegrenzen aufhören. Mit Business as usual und dem üblichen Polit- und Gremientrott setzt man keine Akzente.

Der Hamburgs Spitzen Netzwerkpreis

Zum Programm des Formats „Hamburgs Spitzen“ gehört neben dem einleitenden Bühnentalk auch der sogenannte „Netzwerkpreis“. Dieses Mal durfte sich Anette Höjland (Illums Bolighus) darüber freuen. Gemeinsam mit Kai-Uwe Simon (Harry-Brot GmbH) nimmt sie in Kürze an einem Entscheider-Training der Firma „Im Cockpit“ teil. In einem Airline-Simulator lernen die Führungskräfte dabei richtig und eindeutig zu kommunizieren und darüber gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Es geht den Gestaltern des Trainings dabei vor allem darum, Führungsfähigkeiten herauszubilden und zu stärken.

Gäste des Abends

Von ganz-hamburg.de an diesem sommerlich warmen Montagabend beim Netzwerken und im angeregten Gesprächen gesehen:  Uwe Christiansen (Inhaber Christiansen’s Fine Drinks & Cocktails), Gerhard Delling (Moderator NDR Fernsehen), Dr. Lothar Dittmer (Vorstandsvorsitzender Körber Stiftung), Matthias Elwardt (Geschäftsführer Abaton), Gaby Gaßmann (Geschäftsführerin Magnus Mineralbrunnen), Anette Höjland (Store Managerin Illums Bolighus), Jörn Jörgensen (Gründer EuroEyes Deutschland), Timo Klemm (CFO Hamburg Port Authority), Martha Kunicki (Geschäftsführerin Theater im Zimmer), Michael Lang (Intendant Ohnsorg Theater), JSönke Nieswandt (Geschäftsführer dodenhof), Claudia Nienhof (Geschäftsführerung Dress & Sommer), Frank Revermann (Geschäftsführer Ludwig Görtz), Jana Schiedek (Kulturstaatsrätin), Dirk Schumaier (Geschäftsführer Bäderland Hamburg), Gunda Windberger (Marketing Managerin Spielbank Hamburg), Guido Zimmermann (Vice President Steinway & Sons).

Gefolgt waren die Gäste des Abends der Einladung der Gastgeber Dr. Thomas Brakensiek (Vorstandsmitglied Hamburger Volksbank), Claus Brandt (Niederlassungsleiter PricewaterhouseCoopers Hamburg), Ralf Martin Meyer (Polizeipräsident),  Bart Westerhout (General Manager Hotel Sofitel Hamburg Alter Wall), Jens Meier (Geschäftsführer Hamburg Port Authority) und Lars Meier.

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