Oberbillwerder ist auf dem Weg Europas nachhaltigster Stadtteil zu werden

Visualisierung Oberbillwerder Hamburgs 105. StadtteilOberbillwerder Visualisierung: Nachbarschaftsplatz Bahnquartier Bild: ADEPT mit Karres + Brands / IBA Hamburg

Die Planungen für Oberbillwerder laufen. Die Macher und Planer versprechen der Öffentlichkeit viel. Ihre Planung wurde mit Platin ausgezeichnet.

Hamburg wächst kräftig und braucht Platz. Mit Hamburgs 105. Stadtteil, Oberbillwerder, soll ein neues zeitgemäßes Stadtquartier geschaffen werden.

Platin für Oberbillwerder

Jetzt hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat den Masterplan Oberbillwerder mit der höchsten Auszeichnung in Platin vorzertifiziert. Insgesamt erfüllen die Planungen für Hamburgs neuen Stadtteil die Prüfkriterien der DGNB bereits zu über 80 Prozent.

Geprüft wurden die 30 spezifisch für Stadtquartiere entwickelten Kriterien aus den Bereichen Ökologische, Ökonomische, Soziokulturelle und Funktionale, technische sowie Prozess-Qualität.

In enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirksamt Bergedorf Hamburgs entwickelt die IBA Hamburg den neuen Stadtteil im Osten Hamburgs.

Visualisierung Oberbillwerder Hamburgs 105. Stadtteil
Oberbillwerder Visualisierung: Masterplan Bild: ADEPT mit Karres + Brands / IBA Hamburg

In Oberbillwerder sollen bis zu 7.000 Wohnungen und bis zu 4.000 Arbeitsplätze entstehen. Das kommt eine komplett neue Infrastruktur: Straßen, Energieversorgung, Mobilität, Schulen, Kitas und Sporteinrichtungen.

Die Stadtplaner behaupten, dass sie dabei höchste Ansprüche an Infrastruktur, Mobilität und Energieversorgung legen. Dafür werden auch ganz schnell ziemlich alte Lösungen als neue verkauft. Denn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad einfacher und schneller als mit dem Auto unterwegs ist, ist keine neue Idee. In Hamburg Ohlstedt hat man ein entsprechendes Wegenetz bereits im frühen 20. Jahrhundert so realisiert.

Visualisierung Oberbillwerder Hamburgs 105. Stadtteil
berbillwerder Visualisierung: Grüner Loop Bild: ADEPT mit Karres + Brands / IBA Hamburg

Bauen und Wohnen am Wasser

Die detaillierten Planungen wurden jetzt in einem aufwändigen Prozess von der

Bauen und Wohnen am Wasser ist eine hanseatische Bautradition. Auch in Oberbillwerder wird Wasser zum gestalterischen Element. Angestrebt wird, dass der Stadtteil sich möglichst selbst mit Energie versorgt.

„Oberbillwerder soll ein Modellstadtteil mit naturnahem Wohnen, architektonisch vielfältig und vor allem bezahlbar für Menschen aller Einkommensgruppen sein. Ich freue mich sehr über die fachliche Anerkennung des Gesamtkonzepts, die bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Dr. Dorothee Stapelfeldt (SPD),Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen
Visualisierung Oberbillwerder Hamburgs 105. Stadtteil
Oberbillwerder Visualisierung: Übergang zur Landschaft im AgriQuartier Bild: ADEPT mit Karres + Brands / IBA Hamburg

 „Mit der Platin-Vorzertifizierung der DGNB setzen wir in Oberbillwerder europaweit Signale für die Entwicklung neuer und großer Quartiere. Wir zeigen damit, dass die Entwicklung neuer Quartiere am Stadtrand überaus nachhaltig und zukunftsfähig sein kann. Die Vorzertifizierung ist für uns nun ein weiterer Ansporn, dieses Ziel umzusetzen.“

Karen Pein (Geschäftsführerin IBA Hamburg)

Strenge Kriterien der DGNB

Die DGNB verleiht Zertifikate in Bronze, Silber, Gold und Platin. Bislang gibt es in Europa kein vergleichbares Stadtquartier in der Größenordnung von Oberbillwerder, welches die Vorzertifizierung in Platin erreicht hat.

Visualisierung Oberbillwerder Hamburgs 105. Stadtteil
berbillwerder Visualisierung: das Parkquartier Bild: ADEPT mit Karres + Brands / IBA Hamburg

Derzeit erfüllen nur acht weitere Stadtquartiere die Kriterien für die höchste Auszeichnung, allerdings sind diese deutlich kleiner und überwiegend handelt es sich um Konversionsflächen.

In Deutschland sind dies Killesberghöhe (Stuttgart), Europaviertel West (Frankfurt), Siedlung Westend, Bautzener Straße und Waterkant (Berlin), Neckarbogen Heilbronn (Heilbronn), Zukunft Nord (Karlsruhe) sowie Cloche D`Or in Luxemburg.

Wer sich schlau machen möchte: Vom 13. Juni bis zum 22. Juni 2019 zeigt die IBA Hamburg die mobile Ausstellung Oberbillwerder im Levantehaus.

S Bahnhof
Oberbillwerder – so sieht es heute noch aus S-Allermöhe Foto: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

Unsere Meinung

Es ist klar zu begrüßen, dass sich die Politik den Herausforderungen stellt und einen neuen Stadtteil plant. Auch wenn es in der Hansestadt viel zu kritisieren gibt. Hamburg macht das mit wesentlich mehr Weitblick und viel professioneller als Berlin, das seit Jahrzehnten nur rumwurschelt und sich in Enteignungsdebatten und Bauverboten wie dem Tempelhofer Feld verirrt.

Aber, Steilshoop, Osdorfer Born, Kirchdorf Süd oder Mümmelmannsberg wurden seinerzeit auch der Öffentlichkeit als Perlen der Stadtentwicklung verkauft.

Die Realität sah anders aus und heute noch stigmatisiert der Name dieser Stadtteile die Bewohner. Insofern wäre es schön, wenn Politiker einmal für ihre Entscheidungen auch die Verantwortung übernehmen und aus ihren zumeist noblen innerstädtischen Altbauwohnungen, dann auch hierher umziehen würden. Das Gleiche gilt für Beamte und Städteplaner. Diese Forderung hört man merkwürdiger Weise selten in der Öffentlichkeit.

Wie heißt es so schön:
Keiner hat vor ihnen ihre vier Zimmer Altbauwohnung in Ottensen, Eimsbüttel oder St. Georg wegzunehmen…

Interessant wird es auch sein, ob es die jetzigen Fridays for future Demonstranten zukünftig von den Szenestadtteilen, mir ihren schlecht isolierten Altbauwohnungen, hin in einen nachhaltigen Musterstadtteil ziehen wird.

Weitere Informationen zu Hamburgs neuem Stadtteil Oberbillwerder finden Sie hier: www.oberbillwerder-hamburg.de

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