Olaf Scholz beim N Klub zu Gast

Olaf Scholz BürgermeisterOlaf Scholz zu Gast im N Klub Foto: ganz-hamburg.de
Über sehr prominenten Besuch konnte sich der N Klub freuen: Bürgermeister Olaf Scholz kam in die Koppel 66.

Am Donnerstagabend hatte der N Klub, das ausgezeichnete Netzwerkformat zum Thema Nachhaltigkeit, in die Koppel 66 in St. Georg eingeladen. Diesmal konnte die Gastgeber Tobias Schlegl (ZDF aspekte), Lars Meier (PRevenatas) und die Hausherrin Claudia Westhaus (Vorsitzende Förderkreis Koppel 66 e.V.)  neben unseren Bürgermeister Olaf Scholz gut 100 Gäste begrüßen.

Bei einem so prominenten Gast bleibt es nicht aus, dass das Gespräch von Olaf Scholz und Tobias Schlegl im Mittelpunkt des Abends stand. Das Amt des ersten Bürgermeisters hat etwas mit dem eines Bundestrainers gemeinsam. Man steht im Zentrum der Aufmerksamkeit und hat ganz viele „Kollegen und Ratgeber“. Schlegl kam an diesem Abend schnell zur Sache und konfrontierte Olaf Scholz mit 15 zentralen Forderungen, die von nachhaltig engagierten Hamburger im Vorfeld des Abends formuliert wurden. Nun, wir sind kurz vor der Adventszeit, die Bürgerschaftswahl im nächsten Jahr steht an und das Stellen von Forderungen gehört zu unserer Demokratie.

Die Antworten von Olaf Scholz

Es war ein bunter Strauß und teilweise präziser Anliegen die an Olaf Scholz gerichtet waren. Darunter: Mehr Flüchtlinge unterbringen und integrieren, Atomtransporte durch den Hafen verbieten bzw. verstärkt reglementieren und eine eigenständige Umweltbehörde schaffen. Olaf Scholz, der Wahlkampf ist ja nahe, reagierte mit einer Aufzählung des Erreichten, so etwa auf den Wunsch nach einem vehementen Vorgehen gegen die soziale Spaltung der Stadt: „In einer ganzen Reihe von Felder haben wir dazu beizutragen, dass Jeder ein unabhängiges und eigenständiges Leben führen kann. Besondere Bedeutung haben die Mehrausgaben für Bildung im Vergleich zu den Jahrzehnten zuvor – wir haben 2,5 Millionen Euro pro Jahr mehr für Krippen und Kitas ausgegeben und damit dafür gesorgt, dass es in Hamburg als einzige westdeutsche, große Stadt eine ganztägige Betreuung in Kitas und Krippen gibt, die halbtags gebührenfrei ist.“

Als weitere Errungenschaften zählte Olaf Scholz die Ganztagsbetreuung an Schulen sowie die Möglichkeit, in Hamburg wieder gebührenfrei studieren zu können, auf. „Der zweite wichtige Punkt und ein wichtiges Anliegen für mich in Bezug auf das Vorgehen gegen die soziale Spaltung ist, dass sich jeder eine Wohnung leisten können muss. Deshalb haben wir den sozialen Wohnungsbau ausgebaut, 35.000 Baugenehmigungen erteilt, 6.000 Wohnungen pro Jahr gebaut und durchgesetzt, dass ein Drittel davon geförderter Wohnraum ist, also Sozialwohnungen.“ 

Auf die Frage von Tobias Schlegl „Wie kann die Stadt nachhaltiges Unternehmertum unterstützen“ antwortete Olaf Scholz, dass man eine Förderkulisse schaffen müsse, in der Unternehmensgründungen besser funktionieren. „Als letztes der Länder haben wir aus der früheren Wohnungsbaukreditanstalt eine Förderbank gemacht, die es möglich macht, Förderkonzepte für Unternehmensgründungen zustande zu bringen. Ferner sei auch in diesem Punkt die Finanzierbarkeit von Räumlichkeiten, ähnlich wie im Wohnungsbau, ein wichtiger Aspekt, für den er sich einsetze.“ 

Hier wird das alte  Dilemma von Parteien, die links der Mitte stehen und wirtschaftsskeptisch sind deutlich. Innovation, Aufbruch lässt sich nicht staatlich verordnen, sie sind stets das Ergebnis von individuellem Ideenreichtum und Risikofreude. Werte die zur DNA einer Kaufmannsstadt wie Hamburg gehören. Oft müssen auch keine Millionen in einem knappen Haushalt bewegt werden. Meist müssen Ämter nur koordiniert handeln, ressortübergreifend handeln und in größeren Zusammenhängen denken lernen.  Am Ende des Gesprächs formulierte Tobias Schlegl einen persönlichen Wunsch an den Bürgermeister: dass Olaf Scholz sich im Falle seiner Wiederwahl in einem Jahr erneut den Fragen des „N Klub“ stellt – und Rechenschaft darüber ablegt, ob er bis zu diesem Zeitpunkt einige der Forderungen erfüllt hat.

© Nilay Pavlovic

Autorin Marina Friedt mit Katharina Fegebank, Farid Müller undTobias Schlegl ©Nilay Pavlovic

Initiativen stellen sich dem N-Klub vor – die 100 Sekunden-Beiträge

Die anschließenden vier „100 Sekunden“-Beiträge demonstrierten das bunte, vielseitige Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit in Hamburg:

  • Mit dem Motto „Vom Acker bis zum Teller, vom Aktionär bis zum Verbraucher“, startete Ulf Schönheim von „Regionalwert AG Hamburg“ in seinen Vortrag. Die „etwas andere“ Aktiengesellschaft möchte die regionale Landwirtschaft und Verarbeitung stärken, indem sie Bauernhöfe finanziert und gleichzeitig in Weiterverarbeiter investiert.
  • Kristina Deselaers stellte das Repair-Cafés „Hand und Werke e. V.“ vor, das sich gegen die Wegwerfgesellschaft engagiert. Freiwillige können die Cafés als Ort für die kostenlose Reparatur von Produkten nutzen. Die Bilanz des vergangenen Jahrs: Von 994 kaputten Dingen, die Besucher mitbrachten, funktionieren 553 nun wieder: stolze 56%!
  • Mit dem Projekt Hundebande ermöglichen Manuela Maurer und ihre Mitstreiterinnen Strafgefangenen eine zweite Chance. Sie werden in die Ausbildung von Blindenhunden eingebunden und können dadurch Eigenverantwortung sowie soziale Verantwortung entwickeln.
  • Gudrun Greb rief dazu auf, einen anderen, praxisbezogenen gesetzlichen Rahmen ür den Umgang mit Drogenkonsumenten zu schaffen. In direkter Nachbarschaft der Koppel 66 bietet sie mit dem Verein „ragazza“ drogenkonsumierenden Prostituierten einen Rückzugort.

Bei den zwei Aktionen des N Klub zur Förderung von CO2-neutraler Mobilität wurden folgende Gewinner verkündet: Das N-Klub-Bambusfahrrad „my Boo“ darf Christiane Dopp von der Filmförderung Hamburg für eine Woche nutzen, um sich zukünftig auch mobil für die grüne Filmwirtschaft einzusetzen. Das vom Autohaus Schlegel für einen Monat kostenfrei bereitgestellte E-Mobil Citroën C Zero erhält die Koppel 66. Claudia Westhaus freute sich sichtlich, denn im Dezember stehen viele Transportaufgaben an.

In der Koppel 66 an diesem Abend von ganz-hamburg.de u.a. gesehen: Samir Besic (Chef vom Erdkorn), Martin Bill (Sprecher für Umwelt, Klima- und Naturschutz, GRÜNE Bürgerschaftsfraktion), Bassam Darwisch (Marketingchef Hamburg Energie GmbH, Karsten Dinkelmann (Autohaus Schlegel), Anne Effenberger (Effenberger Vollkornbäckerei), Katharina Fegebank (Landesvorsitzende, Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Dieter Großmann (Gründer, Ökopol ), Kay Ingwersen (Erster Vorsitzender, Förderverein Pik As), Sarah Kaufmann (Bloggerin /veganguerilla.de), Annika Kownatzki (Leiterin Projekt „Neustart fürs Klima“ Verbraucherzentrale), Jan Muntendorf Schutzgemeinschaft Deutscher Wald), Guido Noack ( Voelkel Naturkostsäfte), Manfred Ott (MARLOWE NATURE – fair fashion), Hanna Poddig (Aktivistin), Dannie Quilitzsch, (Social Impact Lab Hamburg), Josef Reppenhorst (PR-Chef Hamburg Leuchtfeuer), Thomas Schönberger (Vorsitzender, VEBU: Vegetarierbund Deutschland) und Andreas Tjaden (Schatzmeister, BUND Hamburg).

 

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