Oskar Regen in Hamburg

Die Preisträger und Jury vom Hamburger Sozial Oskar 2014Verleihung des Hamburger Sozial Oskar 2014 im Grand Elysée Foto: Veranstalter
Auf dem 20. Hamburger Herbstempfang 2014 im Grand Elysée wurde der Hamburger Sozial-Oskar verliehen

Hamburg, den 29. Oktober 2014
Es war ein Jubiläum. Im großen Ballsaal des  Hotel Grand Elysée  wurden auf dem 20. Hamburger Herbstempfang wieder der Sozial-Oskar an Jugendliche verliehen, die durch besonders vorbildliches gesellschaftliches Engagement in Hamburg aufgefallen sind. In seiner Eröffnungsrede blickte Gastgeber und das Verleger-urgestein Wolfgang E. Buss auf „zwanzig Jahre Wohlfühl-Empfang“ zurück und betonte die Wichtigkeit des Preises: „Wir wollen mit dem Sozial-Oskar die Zukunft unserer Welt ein bisschen besser machen.“ Ole von Beust (Bürgermeister aD), der vor Jahren die Verleihung des Sozial-Oskars angeregt hatte, erinnerte in seiner Festrede daran, dass es Hamburgern besser geht als einem Großteil der Menschheit. Gleichzeitig warnte er vor Selbstzufriedenheit und rief dazu auf, „die Menschen, denen es nicht so gut geht, zu unterstützen und durch Initiativen wie diese dafür zu sorgen, dass alle Menschen ihre Chance und ihre Möglichkeit haben.“ 

Prominente Jury für den Hamburger Sozial-Oskar

Die Jury bestand aus Dr. Andreas Dressel (Fraktionsvorsitzender SPD-Bürgerschaft) Ex-Profisportler Michael Stich, Senator Detlef Scheele, Petra van Bremen (Best Ager Model), Annika de Buhr, Christine Deck, Jane Comerford, Olivia Jones (Kiezlegende), Rhea Harder, Tanja Szewcenko, Sanna Englund, Caroline Beil und Ina Menzer. Sie wählten aus allen Einsendungen die Finalisten für die drei Kategorien Gold (1000 Euro), Silber (750 Euro) und Bronze (500 Euro). Die Preisgelder wurden in diesem Jahr erstmalig vom Privatbankhaus Donner & Reuschel zur Verfügung gestellt, um das Engagement der Jugendlichen und deren Projekte zu unterstützen. Den jungen Menschen wird darüber hinaus mit der Preisverleihung eine Bühne gegeben, um ihren vorbildlichen Einsatz publik zu machen und ihnen auch Aufmerksamkeit sowie Anerkennung für ihre Projekte zu geben.

Den Sozial-Oskar in Bronze erhielt der 15-jährige Flüchtling Mamadou Diallo, dem über Fußball die Integration in Deutschland gelang und der nun Problemkindern mit Sportkursen hilft, ihren Weg im Leben zu gehen. Die Trophäe in Silber ging an Pia Struck (21), die ein Bildungsprojekt in Indien unterstützt, das jungen Mädchen mehr Zugang zu Bildung ermöglichen soll. Der Gewinner des diesjährigen Sozial-Oskars in Gold ist der 18-jährige André Buse, der trotz der Diagnose ADS schon seit Jahren diverse Spenden- und Hilfsprojekte unterstützt und neu ins Leben ruft. So sammelte er für NCL-erkrankte Kinder, packte Weihnachtsgeschenke für Waisenkinder, kümmerte sich in einer Suppenküche um Obdachlose und initiierte an seiner Schule einen Sanitätsdienst, den er auch leitet.  Soul-Sänger Stefan Gwildis ehrte die Preisträger mit mehreren Songs mit Begleitung und a capella und brachte das Publikum, bestehend aus ca. 800 geladenen Gästen aus Kultur, Politik und Wirtschaft zum Mitwippen. Noch bis in die Nacht wurde im Großen Festsaal gefeiert und natürlich kam der Small Talk nicht zu kurz.

Gewinner des Hamburger Sozial Oskar 2014:
  • Hamburger Sozial Oskar Gold:
    André Buse, 18 Jahre (vorgeschlagen von seinem Klassenlehrer, Gymnasium Eppendorf)
    Andre unterstützt trotz seiner Diagnose ADS an seiner Schule viele gemeinnützige Projekte. Er packt zur Weihnachtszeit Pakete für Waisenkinder in Südosteuropa, sammelte Spendengelder für NCL-erkrankte Kinder und seit 2010 kümmert er sich mit um die Obdachlosen in der Suppenküche einer Kirche in St. Georg. Andre gehörte zu den Initiatoren dieser Aktion.
    Er sammelte mit für die humanitäre Hilfe nach dem Erdbeben in Haiti. Es kamen 50.000 € durch eine Seilsprungaktion zusammen. Er errichtete mit anderen Helfern in Afrika eine Schreinerwerkstatt, in der viele junge Menschen ausgebildet werden. Er baute in seiner Schule den Schulsanitärdienst auf und leitet ihn sogar.
    Außerdem ist er seit Jahren bei der Jugendfeuerwehr. Als er gefragt wurde, auf einem Info-Abend für Viertklässler über seine ADS- Problematik zu reden, um anderen zu helfen und etwaige Ängste abzubauen, war er sofort bereit, über seine ADS-Erfahrungen in der Öffentlichkeit zu reden. Viele betroffene Eltern haben ihm hinterher für seine offenen Worte gedankt.
  • Hamburger Sozial Oskar Silber:
    Pia Struck, 21 Jahre
    Pia wollte gern ein soziales Projekt in Indien unterstützen. Ihr Interesse gilt der Gleichstellung der Mädchen und dass es ihnen ermöglicht die gleiche Schulausbildung und Lebenssituation wie Jungen zu erhalten. Sie stieß bei ihren Recherchen auf den kleinen Verein Manini e.V. Dieser Verein übernimmt sämtliche Kosten der Schüler an den Schulen für Unterricht, Unterkunft, medizinische Versorgung und Lernmaterialien.
    Zwei Monate verbrachte Pia in Orissa / Indien, um einen Einblick in die Situation vor Ort zu erhalten. Dort unterrichtete sie Kinder im Alter von 6-16 Jahren.
    Wieder in Deutschland, unterstützt Pia weiterhin das Projekt voller Engagement und sammelt Spenden. Ihr Ziel ist es finanziell die Schulausbildung der Mädchen auf Dauer zu sichern und damit auch den (langsamen) Entwicklungsprozess der Gleichstellung voran zu bringen. Inzwischen gehen schon viele Mädchen, deren Eltern sich das Schulgeld sonst nicht hätten leisten können, in eine Schule.
  • Hamburger Sozial Oskar Bronze:
    Mamadou Diallo, 15 Jahre
    Mamadou verlor beide Eltern und kam 2011 aus der Militärdiktatur Mauretanien nach Deutschland. Da er es als großes Glück empfindet, in diesem sicheren Land leben zu dürfen, möchte er etwas zurückgeben.
    Seit einem Jahr trainiert er eine eigene Fußballmannschaft. In seinem Team spielen Jungs mit verschiedenen kulturellen Hintergründen zusammen. Er versucht über den Weg des Fußballs auch in ihrem Leben zu helfen, so wie es seine Teamkameraden und Trainer vor drei Jahren mit ihm gemacht haben. Im Fokus hat er vor allem Kinder, die sozial benachteiligt sind, die aufgrund ihres Aufenthaltsstatus und ihrer Herkunft erschwerte Bedingungen haben und beispielsweise keine Möglichkeit haben, im Sportverein aktiv zu werden.
    Seiner Meinung nach hilft der Sport jedem Menschen – Flüchtling oder Einheimischer – sich zu integrieren und selbstbewusst seinen Lebensweg zu gehen. Um sich noch besser und erfolgreicher auf diesem Weg zu positionieren sucht er noch finanzielle Unterstützung, damit er auch außerhalb der Schule und des Fußballvereines oder möglicherweise auch als Kooperation beider Ebenen Trainingslager, Fußballcamps oder Sportfeste für diese Kinder organisieren kann.
Diese Sponsoren haben den Hamburger Sozial Oskar 2014 und Hamburger Herbstempfang möglich gemacht:

Bankhaus Donner & Reuschel, ECE, Auto Wichert, NDR 90,3 Hamburg, Medicial Fly, ACIBADEM Hospitals Group, Dahler & Company, Grand Elysée, Audi Region Nord, M Point, Meridian Spa, Fahnen Fleck, Carl Konferenz & Eventtechnik, Pflanzen Kölle, Confiserie Paulsen, J.J. Darboven, Rindchen’s Weinkontor, Fürst Bismarck, Bitburger

 

 

 

 

Bitte folgen und liken Sie ganz-hamburg.de
Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial