Queer und gut – die Hamburger CSD Parade quer durch die City

CSD Parade HamburgCSD Parade Hamburg

Die CSD Parade, wenn man nicht den Hintergrund kennen würde, dann wäre es einfach eine Sause, die ihres Gleichen in Hamburg sucht

In der Tat, die große Parade zum Christopher Street Day am Samstag hat es wieder in sich gehabt. Erstens, die Hamburger LGBT-Gemeinde hat zum Wettergott einen guten Draht, kein Regen und sogar phasenweise Sonne. Das will etwas heißen bei unserem verregneten Hamburger Sommer und hat alle Queeren und sonstigen Menschen gut getan.

Das CSD Paraden Motto: „Kommt mit uns! Diskriminierung ist keine Alternative“

Heuer sind 30 Trucks und rund 20.000 Menschen, die die Trucks begleiteten, durch die Innenstadt von der Langen Reihe, via Hauptbahnhof, Steinstraße, Mönkebergstraße, Lombardsbrücke und Neuer Jungfernstieg bis zum Gänsemarkt gezogen.

Die Queer Community, also die Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen, zeigten bei ihrer Demonstration (der offizielle Grund), dass sie verdammt gut, ausgelassen und selbstbewußt feiern können. Bei der CSD Parade werden sie einmal nicht als Minderheit sondern als eine Mehrheit wahrgenommen.

Die Parade war laut und bunt, sie war natürlich auch politisch und reichte wie immer von Genie bis zum Wahnsinn. Von normal bis schrill reichten die Outfits. Nur eines suchte man ziemlich vergeblich: Griesgrame und sonstige Spielverderber aller Art.

Klar das auch jede Menge Polit- und sonstige Prominenz wie Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne), Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) und Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer ebenso wie Drag-Queen Olivia Jones dabei waren.

Aber, war das wirklich wichtig? Ich glaube nicht. Wichtig ist, das auch große klassische Firmen wie die OTTO Group, REWE, HASPA, Facebook, Vattenfall Rainbow Network dabei waren. Dazu kamen noch viele Lauf-, PKW- und Krad-Gruppen wie  schwuler Lüneburger Heidekönig, Dykes on bikes, MSC Hamburg e.V. oder das LGBT-Mitarbeiternetzwerk SPECTRUM von Barclaycard, Barclays Bank – Beratungsstelle CASAblanca / Behörde für Gesundheit Förderkreis Schlagwerk e.V. um nur einige zu nennen.

Nun, es war meine erste CSD-Parade und ich war auf Einladung auf dem REWE-Truck, der aufs feinste von DJ Steve Es befeuert wurde, dabei. Treffpunkt war so gegen 11.30 Uhr vis-à-vis vom Krankenhaus St. Georg. Doch wer dachte es geht um 12.00 Uhr los, der hat mit den berühmten Zitronen gehandelt. Erst um 13.00 Uhr setzte sich unser Truck, einer der letzten im Zug, in Bewegung. Nicht schlimm, denn REWE hatte reichlich flüssige Marschverpflegung gebunkert. Als führender Lebensmittelhändler sitzt man ja auch schließlich an der Quelle.

Steve Es legt auf dem REWE Truck auf

Für Steve Es begann die Parade mit einer Pause, denn erst ab Budnikowski in der Langen Reihe wurden die Turntables angeworfen. Das war eine Geduldsprobe, denn das hat gedauert, gedauert und gedauert. Doch nicht nur die Getränkelast war gut gekühlt bestückt. Im Gepäck hatten wir auch jede Menge REWE-Regenbogenherzen, die wir während der Fahrt verteilten. Auch der eine oder andere Paraden-Begleiter konnte durch entschlossene Dosenabwürfe vor akuten Flüssigkeitsmangel, oft der alkoholischen Art, gerettet werden. Bekanntlich ist Durst auch wesentlich schlimmer als Heimweh oder gar Liebeskummer! Auch etliche handsignierte CDs von Steve Es fanden mehr als dankbare Abnehmer. Mit dabei war auch die sympathische und gut gelaunte Marina Heiden, das Best-Ager-Model 2016, aus Peine in einem sehr impressiven Kleid mit langer Schleppe.

Auf seinen Plattentellern lag natürlich etwas andere Kost als sonst. Steve Es bediente sich kräftig bei den aktuellen Charts wie Swish Swish von Katy Perry, sein persönlicher Nummer Eins  Hit Lordly von Feder durfte natürlich nicht fehlen. Dazu kam die unvermeidbare Dosis Schlager wie Maite Kelly – Sieben leben, Helene Fischer – Herzbeben, natürlich auch Latin wie Enrique Iglesias, Rihanna und der aktuellen Nummer 1 Despacito von Louis Fonsi und jede Menge sommerliches House. Seine eigenen Hit,s wie die Pride Hymne „Streets Of Love“ und die neue Single „Angel“ aus dem Album Journey Into Time waren natürlich auch dabei.

Kein Wunder, dass der Sound direkt in die Füße ging und kräftiges schwoofen auf dem REWE Truck angesagt war.  Zum Ende auf dem Gänsemarkt meinte Steve Es nur: „Das hat richtig Spass auf’m REWE Truck gemacht. Die haben uns alle toll bewirtet. Ich freu mich aufs nächste Jahr, denn nach der Pride ist vor der Pride!“ „Moment,“ entgegnete ich: „Erst einmal ist noch Sommerdom, Oktoberfest, Winterdom, Weihnachtsmarkt, Sylvester und, und ,und… Also, let’s Party! And the beat goes on!“

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