Die SAGA will den Mietern wohl nicht zeitweise die Heizung abdrehen

SAGA BauschildDie SAGA baut Sozialwohnungen © ganz-hamburg.de

Ob uns Putins russische Gasunternehmen den Gashahn abdrehen oder nicht, ist offen. Allerdings, wenn das geschieht, dann wird es eng. Weil es kurzfristig nicht ausreichend Ersatz auf dem internationalen Gasmarkt gibt und vor allem, weil die Gaspreise dann noch viel höher liegen. Doch auch so sind die Gaspreise geradezu explodiert. In der Wärmeversorgung und auch in der Industrie sind wir vom russischen Gas seit der Kanzlerschaft von Angela Merkel zunehmend abhängiger geworden. Dazu kommt die Regierung hat es zugelassen, dass die Gasspeicher – immerhin Deutschlands Notfallreserve – viel zu gering befüllt wurden.

Erste Wohnungsbaugesellschaften haben schon auf die explodierenden Energiekosten reagiert. Wie eine sächsische Baugenossenschaft, die die Warmwasserversorgung zu bestimmten Zeiten einschränkte. Auch die städtische SAGA, Hamburgs größte Wohnungsbaugesellschaft mit 137.000 Wohnungen, hat reagiert und die Betriebskostenvorauszahlungen unlängst kräftig erhöht.

Hamburger Medien melden, dass die SAGA keine zeitlichen Einschränkungen für die Warmwasserversorgung plant. Damit liegt die SAGA im Widerspruch zum Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne), der sich schon Rationierungen Warmwasser im Notfall und gezielt in einigen Bezirken vorstellen kann. Vielleicht sind die Bezirke die von Rationierungen betroffen sind, ganz zufällig die, in denen eher weniger Grüne-Wähler leben.

Allerdings, die Heizungs- und Warmwasserversorgung ist für Mieter gesetzlich geregelt. Schon aus Hygienegründen (Legionellenprophylaxe) sind bestimmte Wassertemperaturen vorgeschrieben. Diese Gesetze und Verordnungen sind alle gültig.

Fun Fact: Eigenheimbesitzer können selbst entscheiden, wann sie beginnen zu heizen oder das Warmwasser anstellen. Nun raten sie einmal wo der hochwohllöbliche Senator und Reedereibesitzers-Sohn jens Kerstan lebt? Hundert Punkte: In einem Einfamilienhaus. By the way, auch der Bau von Einfamilienhäusern in Hamburg will der Umweltsenator ganz selbstlos einschränken.

Mit Bordmitteln den Energieverbrauch drosseln

Mit Bordmitteln, wie genaue Regelung der Vorlauftemperaturen, Nachrüstung mit smarten Thermostaten und einem hydraulischen Abgleich versucht die SAGA vermieterseitig dagegen zu halten. Allerdings eine Umstellung auf andere Energieträger, eine noch effektivere Gebäudedämmung oder bessere Fenster sind erst mittelfristig umsetzbar und erfordern hohe Investitionen. Dazu kommen der Mangel an Baumaterial, die Preissteigerung und der allgemeine Engpass im Bauhandwerk.

So bleibt den SAGA Mietern nicht viel anderes übrig als sparsam mit Warmwasser und der Heizung umzugehen. Auch mit der richtigen Lüftungstechnik lässt sich Energie sparen. Ohne Komforteinbußen geht da wirklich einiges. Die Ratschläge Grüner Politiker: Wie nur fünf Minuten, alle zwei Tage oder gleich kalt zu duschen, sind dagegen wohlfeil. Die nächste Empfehlung für Haushalte die mit Gas kochen, wäre dann, keinen Kuchen mehr zu backen, sich eine Kochkiste zu basteln und mehr Rohkost auf den Speiseplan zu nehmen. Nicht zu vergessen abends früher ins Bett zugehen. Übrigens alles Tipps aus Zeiten der Kriegs- und Nachkriegszeit in Deutschland.

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