Schuppenflechte: Hier finden Betroffene in Hamburg Hilfe

Für das Studium die Heimat, die gewohnte Umgebung, Freunde und Familie zu verlassen, kostet ohnehin Überwindung. In einer Millionenmetropole wie Hamburg fällt das Ankommen manchmal noch schwerer – obwohl die Hansestadt so wunderschön und vielseitig ist. Wenn man als Student unter einer chronischen Krankheit wie Schuppenflechte leidet, kann das Studium in einer fremden Stadt zur echten Belastungsprobe werden. Doch in Hamburg und Umgebung finden Betroffene Hilfe, zahlreiche Angebote erleichtern den Umgang mit der Hautkrankheit – und somit auch den Start in die erfolgreiche Hochschulausbildung.

So belastet die Hauterkrankung Psoriasis

Bei Schuppenflechte oder Psoriasis, wie die Erkrankung im Medizinerjargon heißt, handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, an der etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden. Durch eine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems bilden sich Schuppenherde auf der Haut, die oftmals mit starkem Juckreiz einhergehen. Professor Kristian Reich vom Dermatologikum in Hamburg erklärt: „Bei der Schuppenflechte kommt es zu einer Entzündung und einer gutartigen, deutlich verstärkten Erneuerung der Oberhaut. Es ist, als ob die Haut einen Defekt zu schließen versucht, obwohl kein Defekt da ist. Bei gesunden Menschen beträgt der Erneuerungsprozess der Haut etwa 28 Tage, bei Schuppenflechte-Patienten ist er auf sieben Tage verkürzt.“

Bei der Behandlung spielen eine sorgfältige Hautpflege und äußerlich wirkende Medikamente eine wichtige Rolle. Bei schweren Krankheitsverläufen wird auch innerlich mit Medikamenten behandelt. Professor Kristian Reich setzt auf ein Antikörper-Medikament mit dem Wirkstoff Secukinumab. Ebenso wichtig wie die medikamentöse Behandlung von Schuppenflechte ist jedoch ein geschulter Umgang mit der Krankheit: Seelische Unausgeglichenheit, Stress und Ängste können die Krankheitsschübe verschlimmern. Aufgrund der Hautveränderungen fühlen sich die Patienten entstellt – dadurch entsteht ein Teufelskreis.

Selbsthilfe und Unterstützung bei Schuppenflechte in Hamburg und Umgebung

Viele Psoriasis-Patienten legen deshalb großen Wert auf einen regelmäßigen Austausch mit anderen Betroffenen und freuen sich über fachliche Hilfestellungen. Auch in Hamburg gibt es entsprechende Angebote:

  • Immer am ersten Dienstag in Monat um 19 Uhr trifft sich die regionale Selbsthilfegruppe für Schuppenflechte unter Leitung von Michael Kröger. Treffpunkt ist das Restaurant „Athen“ in der Fuhlsbüttler Straße 527. Weitere Infos erhält man auf dieser Webseite des Deutschen Psoriasis Bunds www.psoriasis-bund.de.
  • Der Deutsche Psoriasis Bund (DPB) mit Sitz in Hamburg ist eine gemeinnützige Patienten-Selbsthilfeorganisation. Montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr bietet der DPB unter der Telefonnummer 040 22 33 99 0 eine telefonische Patientenberatung an. Termine für ein persönliches Gespräch können ebenfalls vereinbart werden.
  • Im DPB integriert ist die Patientenberatung für Erkrankungen der Haut (PBEH). Auch sie ist telefonisch unter der oben genannten Rufnummer erreichbar. Fachleute helfen den Betroffenen kompetent in Sachen Krankheitsbewältigung, Therapie und Rehabilitation, unterstützen so die ärztliche Beratung und Behandlung.
  • Für eine individuelle Suche steht KISS Hamburg (www.kiss-hh.de) zur Verfügung: Die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen in Hamburg sammelt in einer Datenbank Gruppen und Organisationen zu verschiedenen Themen, so auch zur Schuppenflechte.

Lübeck, eine knappe Autostunde von Hamburg entfernt, bietet Hilfesuchenden mit Psoriasis weitere Anlaufstellen:

  • Wie auf psoaktuell.com aufgelistet, trifft sich eine Selbsthilfegruppe unter Leitung von Susanne Hinzpeter jeden letzten Donnerstag im Monat in den Räumen des Uniklinikums Schleswig-Holstein Campus Lübeck in der Klinik für Dermatologie in der Ratzeburger Allee 160.
  • Am 29. Juni 2016 findet in Lübeck im Paracelsus Gesundheitszentrum eine Informationsveranstaltung im Rahmen der „Psoriasis Gespräche“ (www.psoriasis-gespraeche.de) statt. Unter fachlicher Leitung von Dr. Anke Thierfelder wird von 19 bis circa 21 Uhr über Krankheitsbild, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Schuppenflechte gesprochen.