Tonndorf hat eine neue Bücherzelle

Tonndorfer BücherzelleNoch im Bau, die Tonndorfer Bücherzelle Foto: Ich mag Tonndorf

Vom Telefonhäuschen zur Bücherzelle oder Lesestoff für alle: Tonndorf hat jetzt eine Bücherzelle. Bücher können kostenlos ausgeliehen werden!

Tonndorf im Hamburger Osten ist wahrlich kein spektakulärer Stadtteil. Selbst von den vielen Film- und Fernsehproduktionen des Studio Hamburg, das in Tonndorf liegtüberträgt sich kein Glamour in das Viertel. Auch ist hier keine Kreativ-Infrastruktur entstanden. In Tonndorf leben und arbeiten Menschen eher unspektakulär, nicht schick, trendy oder gar lautstark, denn im guten Sinn des Wortes ist Tonndorf ein „normaler“ Hamburger Stadtteil. Aber, leider auch eher eine kulturelle Steppe. Tonndorf hat kein gewachsenes Zentrum und das Stadtteilleben ist wahrlich nicht besonders ausgeprägt.

Bücherzelle Tonndorf von innen
Fertig eingerichtet, die Tonndorfer Bücherzelle Foto: Ich mag Tonndorf

Tonndorf hat eine neue Attraktion

Seit heute, Samstag, den 27. Juni hat Tonndorf eine kleine Insel der Begegnung. Punkt 11.00 Uhr wurde vor dem Studio Hamburg an der Tonndorfer Hauptstraße die erste Tonndorfer Bücherzelle eingeweiht. Ein Bücherzelle funktioniert ganz einfach: „Bücher herausnehmen, lesen, zurückbringen.“ erklärt Steffi Karsten (Initiatorin der Tonndorfer Bücherzelle). Dafür, dass es einen lebendigen Austausch in der Bücherzelle gibt, sorgen im besten Fall alle Tonndorfer mit ihren Lieblingsschmökern.

Was selten vorkommt, die  Idee hat schnell viele begeistert: „Wir rannten offene Türen ein. Erst bei den zuständigen Behörden im Wandsbeker Bezirksamt, dann bei den Bewohnern, die uns mit Büchern und auch finanziell geholfen haben und schließlich bei den Tonndorfer Unternehmen, die uns bei der Umsetzung großartig unterstützt haben“, so Steffi Karsten. Eine Telefonzelle gehört im Smartphone- Handy-Zeitalter zu einer aussterbenden Gattung. Jetzt als Bücherzelle habt sie ein neue Nutzung, verlängern ihr Leben und gibt dem Stadtteil einen kulturellen Impuls.

Aufbau der Tonndorfer Bücherzelle
Die Jungs von Fritz Hack sind am wirbeln, so klappt der Aufbau der Tonndorfer Bücherzelle Foto: Ich mag Tonndorf

Der Billbrooker Logistikdienstleister Comlift, dessen Chefin Tonndorferin ist, transportierte die ca. 300 kg schwere Telefonzelle von Berlin nach Hamburg. Umgebaut haben sie der Tischler Helmut Biehl und sein Team. Ein bewährtes Team von der Tiefbaufirma Fritz Hack hob die Grube aus und stellte die künftige Bücherzelle auf. Motto: Da ist alles im Lot und nichts wackelt. Die Firma Fritz Hack hat auch das erste Buch gespendet – Hape Kerkeling „Der Junge muss an die frische Luft“. Das passt zu Tonndorf –  handfest etwas angehen ohne viel Gedöns, wie der Hamburger es so sagt, etwas machen.

Über Tonndorf und die Initiative ICH MAG TONNDORF

Seit 2014 stärkt der Facebook-Blog ICH MAG TONNDORF das ehrenamtliche Engagement in Tonndorf und verhilft dem stillen Stadtviertel zu neuem Schwung. Der Name ist Programm. Denn Tonndorf, dessen 700stes Jubiläum 2014 einfach vergessen (!) wurde, hat Qualitäten, die sich erst auf dem zweiten Blick offenbaren: Viel Natur, ein Strandbad, gute Anbindung aber eben kaum Kultur. Von der B75 und Bahn geteilt hat Tonndorf weder eine Ortsmitte, noch einen Markt, keine Bücherhalle, kein Kino, kein Stadtteilbüro, kaum Spielplätze, noch einen anderen nicht kommerziellen Ort der Begegnung und der Verbundenheit. Das soll sich nun ändern. Mit der Bücherzelle beschenken sich die Tonndorfer Bürger und Unternehmer selbst. Weitere Projekte sollen folgen. Wer gern Bücher für das Tonndorfer Bücherhäuschen spenden möchte, kann diese in die Bücherzelle einstellen – sofern noch Platz ist

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