Unsere Wintervögel in Hamburg 2012 – die Kohlmeise ist der häufigste Vogel

Eine KohlmeiseDie Kohlmeise der häufigste Wintervogel in Hamburg 2012 (c) NABU Wiermann

Die Hitparade der Wintervögel in Hamburg vom NABU

Anfang Januar haben sich 531 Vogelfreunde in Hamburg aufgemacht und vom 06.01 – 08.01.2012 bei der NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“ insgesamt 11.357 Vögel gezählt und bestimmt. Die Hitparade der Wintervögel in Hamburg wird wie schon im vergangenen Jahr von der Kohlmeise angeführt. Die Aktion Aktion “Stunde der Wintervögel” wird deutschlandweit vom NABU durchgeführt. Insgesamt wurden in Hamburg 67 Vogelarten gezählt. Auf den Plätzen 2 bis 10 der Top Ten der Wintervögel in Hamburg stehen Amsel, Blaumeise, Rabenkrähe, Haussperling, Elster, Ringeltaube, Grünfink, Gimpel und Buchfink. Übrigens, in ganz Deutschland zählten 45.335 Vogelfreunde für den NABU insgesamt 1.343.355 Vögel. Der Star unter den Wintervögeln ist in Deutschland der Haussperling (Spatz) mit durchschnittlich sechs beobachteten Vögeln je Garten.

Dazu Marco Sommerfeld, Ornithologe beim NABU Hamburg: „Wir freuen uns, dass sich wieder so viele Hamburgerinnen und Hamburger an der Aktion beteiligt habe, trotz des regnerischen Wetters“. Im Vergleich zum Vorjahr gab es auf den ersten zehn Plätzen der beobachteten Vogelarten kaum Veränderungen, sie entsprechen den häufigen Brutvögeln der Hansestadt Hamburg.

Obwohl sein Lebensraum eingeschränkt wurde ist der Spatz auf Platz 5

„Bei dem Haussperling, auch bekannt als Spatz, bin ich froh, dass er in Hamburg den 5. Rang vom letzten Jahr halten konnte“, erklärt Marco Sommerfeld. In Hamburg hat der Haussperling, der deutschlandweit auf dem 1. Platz rangiert, in den vergangenen Jahren in vielen Stadtteilen erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Sein Lebensraum ist durch energetische Sanierungen eingeschränkt worden. An Gebäuden werden oftmals Ritzen und Mauerlöcher, die der Haussperling und auch andere Tiere wie Fledermäuse als Nistplatz bzw. Wohnquartier benötigen, im Zuge dieser Maßnahmen geschlossen worden. Abhelfen ließe sich das leicht durch das Anbringen von Nisthilfen und Wohnhöhlen.

Bemerkenswert an den Ergebnissen ist, dass die Teilnehmer der „Stunde der Wintervögel“ in Hamburg 100 der im Winter eher versteckt lebenden Heckenbraunellen und sogar elf Singdrosseln gemeldet haben. „Insbesondere Singdrosseln überwintern eigentlich im Mittelmeerraum“, erläutert der NABU-Vogelkundler. „Im Zuge der Klimaveränderung versuchen seit Jahren vereinzelte Tiere in milden Wintern bei uns zu bleiben. Sie werden gegenüber ihren Artgenossen, die erst im Frühjahr aus ihren Winterquartieren im Süden zurückkehren, bei der Nistplatzsuche im Vorteil sein.“ Nach den letzten strengen Wintern der vergangenen zwei Jahre sind die Überwinterungen der Singdrossel und anderer Vogelarten wie Mönchsgrasmücke und Zilpzalp ein eindeutiges Indiz für die globale Klimaerwärmung.

Typische Wintergäste in Hamburger Gärten wie Wacholderdrossel, Erlenzeisig und Bergfink sind dagegen kaum beobachtet worden. Bei diesen milden Temperaturen finden diese Vogelarten ausgiebig Nahrung in der freien Landschaft und sind nicht auf das Futterangebot in den Gärten und die wärmeren Temperaturen der Stadt angewiesen.

Im Frühjahr gibt es schon wieder die nächste Gelegenheit zum Vogelzählen: Vom 11. bis 13. Mai 2012 ruft der NABU alle Interessierten zur Vogelbeobachtung bei der „Stunde der Gartenvögel“ auf.

Weitere Infos und einen Kurzfilm dazu gibt es unter www.NABU-Hamburg.de/stunde-der-gartenvoegel.

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