Winterhude ist ein beliebtes und gefragtes Wohnquartier

Blick auf den Winterhuder Marktplatz in HamburgWinterhuder Marktplatz © ganz Hamburg

Winterhude ist ein stadtnahes, grünes und ausgesprochen begehrtes Hamburger Stadtviertel.

Winterhude, mit 55.000 Einwohner Hamburgs fünf größter Stadtteil, gehört zu den begehrtesten Hamburger Stadtteilen. Das bürgerliche Wohnviertel ist durch seine Alsterlage und der Nähe zum Stadtpark geprägt. Trotz der Innenstadtlage ist der Freizeitwert hoch.

Von den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg blieb es weitgehend verschont, deshalb findet sich noch viel Bausubstanz aus der Zeit vor 1914. Viele Altbauten, großbürgerliche Etagenhäuser, Stadthäuser und Stadtvillen prägen das Viertel.

Architektonisch bemerkenswert ist die Jarrestadt (Barmbeker Straße, Saarlandstraße, Weidestraße, Jarrestraße) an der Grenze zu Barmbek. Es war eines der größten Sozialwohnungsbauprojekte Hamburgs in den frühen 1930er Jahren im Stil der Neuen Sachlichkeit mit seinen roten Klinkerbauten. Quartiere für Arbeiter und Angestellte werden auch das ‚Rote Hamburg‘ aufgrund der Klinkerbauweise genannt.

Das Planetarium aus Rotklinker gebaut
Das Planeterium im ehemaligen Wasserturm

Hotspots und Freizeit

Die Nähe zur Alster und zum Stadtpark sind die großen Pluspunkte. Der Stadtpark ist Hamburgs beliebtester Park mit Planetarium, Stadtparksee und Bad, Freilichtbühne und Gartenlokalen. Im Sommer finden viele Open Air Konzerte im Stadtpark statt.

Seit 1914 der knapp 120 Hektar große Stadtpark der bekannteste Hamburger Park.

Der Stadtparksee Hamburg mit Badeanstalt
Das Stadtpark Bad ein Teil vom Stadtparksee in Hamburg Winterhude © ganz-hamburg.de

Der Mühlenkamp samt Seitenstraße ist der Hot Spot Winterhudes. Viele Cafés, Restaurants, Bars, Clubs und Imbisse bieten fast alle Küchenstile von Budget bis Fine Dining. Dazu kommen witzige Boutiquen und charmante inhabergeführte Geschäfte für das individuelle Shopping. Eine Einzelhandelsstruktur fernab von der Gleichförmigkeit vieler Shopping Center.

Eine Besonderheit und Hamburgensie ist Sierich- bzw. Herbert-Weichmannstraße. Sie ist einzige Richtungsstraße Deutschlands. Täglich von 00:00 bis 12:00 Uhr fließt der Verkehr stadteinwärts, von 12:00 bis 24:00 Uhr stadtauswärts. Links und rechts und in Seitenstraßen finden sich viele große Altbauwohnungen, Stadtvillen und Stadthäuser in gepflegten Häusern.

Die Ulmenstraße in Hamburg Winterhude
Alte Bleicherhäuser in der Ulmenstraße in Winterhude © ganz-hamburg.de

Bei den Lagen an der Alster oder den Kanälen bekommen Immobilienunternehmer und Makler schnell glänzende Auge. Der nördliche Teil Winterhudes ist bürgerlicher, aber mittlerweile genauso begehrt, aber immer noch etwas preiswerter.

Nördlich vom Stadtpark liegt die City Nord, ein Bürohausviertel, dass in den 1970er Jahren gebaut wurde. Hier hatten viele Konzerne wie Hamburg Mannheimer Versicherung, Esso, Texaco, BP oder die Deutsche Shell ihren Sitz. Am Rande der City Nord entsteht auch neuer Wohnraum. Besitzer sind zumeist Baugenossenschaften.

Stadt- und alsternahes Wohnen ist in Hamburg schon stets teuer gewesen. Winterhude ist da keine Ausnahme, aber immer noch preiswerter als das snobby Eppendorf. Das gilt für Miet- und Eigentumswohnungen.

Bezirk Hamburg-Nord
Fläche 7,6 km Quadratkilometer
Einwohner 55.651 – 7.338 Einwohner/km²
Öffentlicher Nahverkehr U-Bahn:
U1 (Haltestellen: Hudtwalckerstraße, Lattenkamp (Sporthalle), Alsterdorf, Sengelmannstraße (City-Nord))
U3 (Haltestellen: Sierichstraße, Borgweg (Stadtpark), Saarlandstraße)
S-Bahn:
S1, S11 (Haltestellen: Alte Wöhr, Rübenkamp (City Nord))
ImageAngesehenes und sehr beliebtes bürgerliches Wohn- und Arbeitsviertel mit gute Gastronomie und Shopping und viel Lebensqualität: eine gute Adresse.

Winterhude, die Geschichte

Winterhude wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts erschlossen. Davor war es über die Jahrhunderte ein kleines unbedeutendes Bauerndorf mit ein paar Höfen. Es wurde im Jahr 1250 erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert fiel Winterhude an das Kloster Harvestehude. Selbst nach der Reformation in Hamburg und der Auflösung des Klosters blieb es im Besitz der Klosterstiftung, die erst 1830 an die Stadt Hamburg fiel.

Besonders wertvoll waren die Liegenschaften nicht, das Land lag tief und war teilweise sumpfig, außerdem wurde regelmäßig von Alsterhochwassern überschwemmt. Dem entsprechend schlecht waren die Böden und landwirtschaftlichen Erträge. Die Verbindung in die Stadt waren selbst für die damaligen Zeiten nicht gut.

Eine klare Namenswurzel gibt es nicht. Eine einfache Deutung führt es auf einen Besitzer namens ‚Winter‘ zurück. Mit Hude werden winterliche Stapel- und Landungsplätze für Holz oder Schiffe bezeichnet.

Winterhude ein Stadtteil entsteht im 19. Jahrhundert

Genau genommen ist Winterhude das Produkt einer gezielten Immobilienspekulation und -entwicklung. Die Macher waren Johann Friedrich Bernhard Sierich (der Namensgeber der Sierichstraße), der den Norden erschloss. Im Süden entwickelte Julius Gertig (Gertigstraße), er vertrieb in Hamburg im Großen Burstah Lotterielose, den Süden rund um die Gertigstraße und den Mühlenkamp.

Hamburg begann in der Mitte des 19. Jahrhundert geradezu explosiv zu wachen und das alte Stadtgebiet war zu kleine für Industrie, Gewerbe und Wohnen.

Im Jahr 1859 wurde die Brücke über den Langen Zug fertiggestellt und Winterhude wurde mit Uhlenhorst verbunden. Der nächste Entwicklungsschub setzte ein, als die nächtliche Torsperre in den 1860er Jahren aufgehoben wurde. Nach Fahrplan steuerten Alsterdampfer, vom Jungfernstieg kommend, regelmäßig Winterhude an.

Die Kanäle ermöglichten einen wirtschaftlichen und leistungsfähigen Warentransport mit Schuten und Ewern, besonders wenn Dampfschlepper eingesetzt wurden über die Alster und die Fleete bis zum Hafen hinab und hinauf.

Gewerbe und Industrie entwickeln sich

Im Jahr 1874 wurde Winterhude offiziell zu einem Hamburger Vorort erklärt. Gleichzeitig siedelten sich hier viele Industrie-, Gewerbetriebe und Brauereien an. Am Goldbekkanal und Osterbekkanal gab es zahlreiche Bootsbauer und Werften. Hier wurden die Rettungsboote für Fracht- und Passagier-Hochseedampfer, Ewer und andere kleine Schiffe gebaut. Rundherum wurden schnell einfache Wohnbauten für die Arbeiter errichtet.

Aus der Reismühlenfabrik ‚Nagel & Kaemp‘ am Osterbekkanal wurde der Kranhersteller Kampnagel, der heutigen Kulturfabrik.

In den 1970er Jahren endete die Industrieära in Winterhude, die Lage in der Stadt war einfach zu unwirtschaftlich. Aus den Gewerbeimmobilien wurden gefragte Wohnquartiere oder Bürobauten.