Die rote Insel peilt das Ende des Corona-Lockdowns an

Helgoland mit Langer AnnaHelgoland Bild von Stefan Liening auf Pixabay

Helgoländer Wirtschaft ist bereit und präsentiert Öffnungskonzept

von Angelika Fischer
Auf der Hochseeinsel Herlgoland laufen die Diskussionen über eine schrittweise Öffnung des Tourismus. Doch wie sieht das eigentlich auf einer Insel aus? Wie wirken dort mitten im Meer die Maßnahmen zur Öffnung des Tourismus? Die Helgoländer Wirtschaft ist gut auf ein Ende des Lockdowns vorbereitet und hat einen möglichen Fahrplan für eine maßvolle Öffnung ab Mitte März entwickelt. Wie Bürgermeister Jörg Singer sagte, begrüße er, dass die Mitgliedsunternehmen des Wirtschaftsforum Helgoland e.V. konkrete Planungen und Strategien entwickelt haben, um für eine Öffnung des Tourismus vorbereitet zu sein.

Der Fahrplan der Helgoländer Wirtschaft beginnt nach Vorstellungen der Unternehmen bereits am 15. März mit einer „Warm-Up-Phase“, in der die Gastronomie, der Handel und sonstige Dienstleister zunächst nur für die Helgoländer öffnen, um Hygienekonzepte und angepasste Betriebsabläufe zu testen. Eine Woche später, so die Vorstellung, beginnt die Öffnung der Insel dann auch für Urlauber und Tagesgäste mit einer Corona-konformen Schiffskapazität. Die Beherbergungswirtschaft soll wieder Gäste aufnehmen dürfen, Gastronomie und Handel für alle geöffnet haben. Um eingeschränkte Innenraum-Kapazitäten ausgleichen zu können, gibt die Gemeinde großzügig Außenflächen zur Nutzung frei. Zur digitalen Kontakt-Nachverfolgung wird die „Luca-App“* genutzt. Auch Führungen sollen mit Corona-konformer Kapazität wieder angeboten werden.

Urlauber und Tagesausflügler könnten dann wie im Jahr 2020 von Cuxhaven und Büsum auf die Insel fahren. Ab 26. März nimmt auch der Katamaran „Halunder Jet“ den Schiffsverkehr ab Hamburg wieder auf. Weitere Schiffe folgen ab Anfang April und Anfang Mai. Das alles allerdings unter der Voraussetzung, dass die Bundes- und Landespolitik den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts folgt, in denen Handel und Beherbergung nahezu kein Infektionsrisiko bestätigt wurden.

*Digitale Kontaktnachverfolgung mit Luca-App

Folgende Voraussetzungen sollten aus Helgoländer Sicht dabei gelten: Eine digitale Kontaktnachverfolgung mittels Luca-App, Nachweis eines negativen Testergebnisses (auch Schnelltests), Testzentrum in Cuxhaven, ein konsequentes Einhalten der Hygiene-Konzepte sowie intensive Kontrollen des Einhaltens. Außerdem verpflichtet sich die Helgoländer Wirtschaft zu regelmäßiger Testung der Mitarbeiter.Mit diesen Maßnahmen möchte Helgoland ein moderat geregeltes Hochfahren des Tourismus ermöglichen. Wir müssen alle lernen, mit den Virus zu leben. Der Nachweis eines negativen Testergebnisses, Hygienekonzepte und Kontrollen sorgen für die Sicherheit zum Wohle aller. Es hat auf Helgoland bisher noch keine einzige 1:1-Übertragung des Virus stattgefunden. Das zeigt, dass die Hygienekonzepte im letzten Sommer mit ca. 200.000 Gästen gut funktioniert haben. Gerade mit der Luca-App soll eine sehr schnelle Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten möglich werden, um so die so genannten „Super-Spreader“ schnell identifizieren und unmittelbar Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Orientierung am Inzidenzwertes von Schleswig-Holstein

Helgoland steht durch seine Lage rund 40 Kilometer vor der Küste völlig losgelöst vom Kreis Pinneberg. Dies sollte bei der Entwicklung des Inzidenzwertes berücksichtigt werden. Direkte Kontakte gibt es nur zwischen dem Landkreis Cuxhaven, der Hansestadt Hamburg und dem Kreis Dithmarschen. Maßgeblich sollte daher für Helgoland der Inzidenzwert des Landes Schleswig-Holstein sein.

Branchenspezifische Teilöffnungen nicht sinnvoll

Was auf Helgoland und auf den anderen Inseln und in vielen Tourismushochburgen nicht geht, sind branchenspezifische Teilöffnungen. Wenn z. B. nur die Gastronomie öffnen darf, dann fehlen die Gäste. Nur von den Einheimischen ist ein rentables Auskommen nicht möglich. Das gilt ebenso für den Handel.

Eine Unterscheidung zwischen Tages- und Urlaubsgast macht auch keinen Sinn. Die Tagesgäste Helgolands sind die Urlaubsgäste in den Hafenorten auf dem Festland. Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn die Gäste in dem einen Ort Urlaub machen, aber nicht nach Helgoland fahren dürfen. Die Anreisekapazitäten sind ohnehin eingeschränkt. Ein unkontrollierter Tagestourismus, der im letzten Sommer in vielen Festlandsorten zu Problemen geführt hat, kann auf Helgoland nicht stattfinden. Ein annähernd rentabler Schiffsbetrieb ist für die Reedereien nur mit beiden Gästegruppen gleichermaßen möglich.

Letztendlich gilt: Entweder man öffnet die Insel oder man lässt es. Dann geht aber die wirtschaftliche Förderung der Betriebe weiter, und die müsste auf ein dauerhaft sicherndes Maß angepasst werden.

  • Luca-App
  • Schnelle und lückenlose Kontaktnachverfolgung im Austausch mit den Gesundheitsämtern
  • Verschlüsselte, sichere und verantwortungsvolle Datenübermittlung
  • • Automatisch erstellte und persönliche Kontakt- und Besuchshistorie