Hamburg Airport nach dem katastrophalem Corona-Jahr schwieriger Start

Leerer Flughafen Hamburg Terminal während des Corona-Lockdowns 2020Gähnende Leere während des Corona-Lockdowns (c) Ariport Hamburg / Oliver Sorg

Vor einem Jahr hätte keiner gedacht, dass 2020 als bisher schwierigstes Jahr der Nachkriegszeit in die Geschichte des Hamburg Airport eingehen würde. Sicher, Rückschläge hat es immer einmal wieder gegeben. Doch selbst ein so solider und profitabler Flughafen kann nur schwer eine fast kompletten Stillstand verkraften.

Hamburg Airport – Rücksturz in die 1980er Jahre

Mit rund 4,56 Millionen Passagieren fiel der Flughafen auf das Passieraufkommen in den 1980er zurück. Damit verlor der Flughafen ¾ seiner Passagiere. Die gute Nachricht, das Streckennetz konnte mit bis zu 70 Direktzielen im Großen und Ganzen trotz Rumpfverkehrs der Airlines aufrechterhalten werden.

Mit rund 66.300 Starts und Landungen ist die Gesamtzahl der Flugbewegungen 2020 um 56,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken (2019: 155.200 Flüge). Beim Anteil der gewerblichen Flügen, die vor allem den Linien- und Touristikverkehr umfassen, war der Rückgang noch stärker: Die Zahl der Starts und Landungen sank um 63 Prozent von rund 140.800 Flügen in 2019 auf rund 52.100 Flüge im Jahr 2020.

Die Corona-Pandemie hat den Luftverkehr fest im Würgegriff. Wohl noch nie hatten wir in der jüngeren Geschichte des Hamburger Flughafens so schlechte Start-Voraussetzungen in das neue Jahr. Viele Fluggesellschaften planen in den nächsten Wochen, ihre Flugpläne vorübergehend weiter runterzufahren. Aber mit dem Sommerflugplan erwarten wir eine leichte Erholung. Wir spüren, dass die Menschen mobil sein möchten, sie möchten die Welt erkunden, ihre Freunde und Verwandten nach Monaten endlich wiedersehen. Wir bereiten uns schon jetzt auf die wieder steigende Nachfrage vor, sobald das Reisen stärker möglich ist.“

Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung am Hamburg Airport

Anfang des vergangenen Jahres waren die Erwartungen am Hamburg  Airport auf leichtes Wachstum ausgerichtet. Der Tiefpunkt war der April und Mai 2020. Nur noch 1 Prozent des Vorjahresvolumens wurde erreicht.

Das ist doppelt hart für einen Flughafen, denn die Infrastrukturkosten fallen in fast voller Höhe, denn der Flughafenbetrieb gehört zur Daseinsfürsorge, an: Neben einigen Linien- und Bedarfsflügen wurden Rettungs-, Hilfs- und Frachtflüge ermöglicht. Schutz- und Hygienematerial sowie Zubehör für Testkits wurden umgeschlagen. So landete sogar der Airbus A380 als umgebauter Frachtflieger zweimal am Hamburg Airport.

Trotz Krise Investitionen abgeschlossen

Trotz der Corona-Krise wurde wichtige Projekte wie die Erneuerung des Vorfeld 1, die Dachsanierung im Terminal 2 sowie Modernisierungen in der Gepäckförderanlage und an der Zentralen Sicherheitskontrolle abgeschlossen. Mit den Self-Bag-Drop-Automaten sind nun beide Terminals ausgerüstet.

Der Flughafen plant mit verschiedenen Szenarien

Fürs laufende Jahr denkt das Airport Management in verschiedenen Szenarien. Eggenschwiler rechnet mit einer leichten Erholung der Passagierzahlen (ca. 48% Passagieraufkommen von 2019). Dabei geht man davon aus, dass das Privatreiseverkehr schneller wächst und der Geschäftsreiseverkehr sich langsamer erholen wird. Doch wird das laufende Jahr von Personalabbau und Kosteneinsparungen geprägt sein.

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