Insolvenz: Das Park Hotel in Ahrensburg wurde zwangsversteigert

Eingang zum Parkhotel AhrensburgParkhotel Ahrensburg © Norbert Schmidt

Die Brüder Haydar und Ahmed Al-Talkani boten für das Ahrensburger Topphotel 9,2 Millionen Euro und erhielten den Zuschlag.

Das Park Hotel in Ahrensburg, ein Vier-Sterne-Haus vis-á-vis vom Ahrensburger Schloss, das in der Vergangenheit als Aushängeschild der Stadt vor den Toren Hamburgs Geschäftsreisende und Tagungsdelegationen aus aller Welt beherbergt hatte, war seit über einem Jahr geschlossen. Seit vielen Jahren hat das Hotel auch beim renommierten Schleswig-Holstein Gourmet Festival mitgemacht.

Zum 1. Mai 2021 hatte die  Hamburger Centro Hotel Group (18 Städte – 37 Hotels) als Pächterin  den Betrieb eingestellt.  Zu den Gründen gab es unterschiedliche Angaben. Mal hieß es, das Hotel sei durch den  Corona-Lockdown in finanzielle Schieflage geraten, mal war die Rede von einem Zerwürfnis zwischen der Centro Hotel Group und dem bisherigen Eigentümer, dem österreichischen Unternehmer Peter Laupp. Dieser hatte das Park Hotel in den 1990er Jahren mit aufgebaut und war zuletzt Geschäftsführer und  Mehrheitsgesellschafter der Park Hotel Ahrensburg OHG, der die Immobilie gehört. Die genauen Eigentumsverhältnisse waren allerdings unübersichtlich.

Küchen Crew Park Hotel Ahrensburg 2010 vor dem Hoteleingang
Ein Bild aus besseren Tagen, als im Park Hotel Ahrensburg im Sommer 2010 mit Spitzenköchen aus ganz Deutschland die Eröffnung des Schleswig-Holstein Gourmet-Festivals gefeiert wurde Foto: Angelika Fischer

Die Zwangsversteigerung des Park Hotels in Ahrensburg am 17. Juni 2022 hatte die Postbank beantragt wegen einer unbeglichenen Grundschuld in Höhe von 8,3 Millionen Euro plus nicht geleisteten Zinszahlungen für die Jahre 2016 bis 2020 in  Höhe von neun Millionen Euro. Die Postbank fordert also für Grundschuld, Zinsnachzahlungen, Verfahrens- und Gerichtskosten insgesamt 19 Millionen Euro von der Park Hotel Ahrensburg OHG. Der vom Gutachterausschuss geschätzte Verkehrswert lag indessen bei nicht mehr als 6,6 Millionen Euro. Demzufolge lag das Mindestgebot laut Gesetz bei der Hälfte, also bei 3,3  Millionen Euro – quasi ein Schnäppchen für ein Hotelobjekt mit 109 Gästezimmern mit zusammen 154 Betten, acht Tagungsräumen, Restaurant-  und Saunabereich, Solarraum, Schwimmbad und Fitnessraum – ein Objekt also, das  rund 7300 Quadratmeter Nutzfläche umfasst.

Heißes Bietergefecht

Nach einem heißen Bietergefecht bekamen am Ende die in Hamburg ansässigen Brüder Haydar und Ahmed Al-Talkani mit einem Gebot von 9,2 Millionen Euro den Zuschlag für ihr in Stapelfeld ansässiges Unternehmen, die Mamati GbR. Der Ahrensburger Christopher Kroschke (Hotel am Schloss) ist mit seinem Höchstgebot (6,8 Mio. Euro) nicht zum Zug gekommen.

Die Brüder sind in der Immobilienentwicklung tätig und haben auch Erfahrung im Hotelgewerbe. Ihnen gehören bereits die Häuser „Zur Windmühle“ in Stapelfeld und das „Hotel Stadt Altona“ in  der Louise-Schroeder-Straße in Hamburg-Altona. Auch im Norden Stormarns ist die aus dem Irak stammende Familie nicht unbekannt: Ihr Vater erwarb 1997 ebenfalls per Zwangsversteigerung das Herrenhaus Grabau bei Bad Oldesloe. Ursprünglich sollten darin Wohnungen entstehen, doch die Immobilie liegt bis heute brach und verfällt…

Wie geht es weiter?

Nach seinen künftigen Plänen für das Park Hotel in Ahrensburg gefragt, antwortete Haydar Al-Talkani gegenüber der Hamburger Tagespresse, man plane, es so schnell wie möglich als Hotel wieder zu öffnen. Nähere Details wolle er nicht nennen, man habe aber bereits ein fertiges Konzept in der Schublade. Es ist auch zu verhören, dass der Alteigentümer Rechtsmittel einlegen will. Man darf also gespannt sein. Auf jeden Fall muss ein neuer Eigentümer einiges in das Haus investieren, denn über die Jahre hat sich laut Insidern ein Investitionsstau, denn die Haustechnik und Ausstattung ist nicht mehr State of the Art, gebildet.

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