Mainfranken – Wein, Slow Food, sanfte Hügel und alte Städte

Sehr appart - Weinköniginnen auf dem Promenadenweinfest in Kitzingen Foto: Viktor Meshko

In der Ferienregion Fränkisches Weinland wird Genusskultur ganz natürlich gelebt

von Angelika Fischer
Deutschland ist immer wieder ein Land der überraschenden Entdeckungen. Auf den ersten Blick eine unspektakuläre Region, entpuppt sie sich wenn man einmal genauer hinschaut auf sich auf sie einlässt, als feine Perle. Eine schöne Landschaft, gute ehrliche Weine und viel Gastronomie in Slow Food Qualität. 

Zu dieser Kategorie gehören auf jeden Fall die „Gastlichen Fünf im Fränkischen Weinland“ bestehend aus den historischen Orten Dettelbach, Gerolzhofen, lphofen, Kitzingen und Volkach, versprechen Urlaubs-, Wein- und Kulinarikgenuss.

Die Gastlichen Fünf auf der Landkarte

Hier in Nordbayern, gut erreichbar von der A7 und nahe Würzburg an der Mainschleife hat sich eine feine und doch bodenständige Genusskultur etabliert. Die Gastlichen Fünf im Fränkischen Weinland bieten Urlaubs-Genuss pur in heimischen Gefilden und kombinieren ihr  reichhaltiges und vielfältiges  Angebot an Kultur-, Freizeit- und Genussmöglichkeiten zu jeder Jahreszeit. 

Basis des ganzen ist natürlich der fränkische Wein. Die meisten Winzer setzen dabei konsequent auf Qualität. Gerade wo eine junge Winzergeneration den Betrieb übernommen hat werden mit Leidenschaft, hohem handwerklichen Können und ein wenig Verrücktheit besonders interessante Weine, die den internationalen Vergleich nicht scheuen, gekeltert. 

Wie groß ist das fränkische Weinanbaugebiet, wie genießt man Wein  richtig, welcher Wein passt zu welchem Essen? Die Städte wollen bei ihren Urlaubsgästen keine  Frage rund um den Wein unbeantwortet lassen…

Blauzipfel

Mainfranken ohne Blauzipfel? Geht gar nicht, da würde etwas fehlen! © ganz-hamburg.de

Dettelbach: Die Weinstadt mit mittelalterlichem Flair

Wer zum ersten Mal einen Fuß in die Dettelbacher Altstadt setzt, verspürt einen Hauch von mittelalterlichem Flair. Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit ihren 30 Türmen und die mitten in der Altstadt gelegene Pfarrkirche „St. Augustinus“, die wegen ihrer ungleichen Türme ein weithin sichtbares Wahrzeichen Dettelbachs darstellt, laden zum Entdecken ein.  Eingebettet zwischen Weinbergen und Maintal, bietet Dettelbach ideale Bedingungen als Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren in die Region.

Leckeres Gebäck

Die verknuspern sich – Muskatzinen aus Dettelbach Foto: Agentur Zudem

Muskatzinen mit Suchtpotential

Die Wallfahrtskirche „Maria im Sand“ ist ein europaweit bekanntes Bauwerk der Spätgotik und Renaissance. Die „Muskatzinen“, ein würziges Backwerk, das es nur in Dettelbach gibt, wurde extra für die Wallfahrer kreiert und wird außerdem gern zum Wein gereicht. Aber Achtung: Es droht Suchtpotential, sie verknuspern sich auf das allerfeinste!

Die Dettelbacher Weine sind typisch für Franken: nachhaltig und gehaltvoll. Auf einer Fläche von ca. 250 Hektar reifen sie auf Lagen mit den wohlklingenden Namen „Honigberg“, „Sonnenleite“ oder „Berg-Rondell“. Obwohl Dettelbach eher zu den kleineren Städten in Weinfranken gehört, hat die Stadt eine erstaunlich hohe Dichte an Winzern.  Unter den 24 Winzern sind kleine Weingüter mit urigen Probierstuben, malerischen Innenhöfen oder gemütlichen Häckerstuben.

Einen geschmacklichen Querschnitt durch die Dettelbacher Weinvielfalt erleben Gäste im Kultur- und Kommunikationszentrum – kurz „KuK“ genannt – inmitten der historischen Altstadt. Das KuK ist Anlaufstelle für Einheimische und Gäste. Vermittelt werden Gästeführungen aller Art, wobei Genuss und Vielfalt eine tragende Rolle spielen. Vor allem kulinarische Führungen wie die „Wein & Genuss Schlenderei“ und „Von der Hand in den Mund“ finden besonders hohen Anklang.

Gerolzhofen: Wandern und Weingenuss im Steigerwald

Wandern und Weingenuss, gepaart mit traumhaft schönen Aussichten – das ist das „Weinpanorama Steigerwald“ an den Ausläufern des nördlichen Steigerwaldes. Hier findet sich „Frankens Vielfalt im Kleinen“ in einer ursprünglichen Landschaft, abwechslungsreich und bodenständig, sei es mit einem umfangreichen Kultur- und Freizeitangebot, ebenso wie mit der fränkischen Küche. Gemütliche Gasthäuser, urige Weinstuben, lauschige Heckenwirtschaften und unverwechselbare Feste laden zum Verweilen ein. In Frankenwinheim hat der Brot Somellier Axel Schmitt seine Bäckerei. Aber Achtung, vor Risiken und schmackhaften Nebenwirkungen bei seinem Brot und Backwaren warnen wir ausdrücklich. Es besteht Wiederholungsgefahr!

Der Bäcker Axel Schmitt in der Backstube

Brot-Somellier Axel Schmitt aus Frankenwinheim Foto: Tom Söllner

Die größte Weinbaugemeinde in der Region ist Oberschwarzach. Zu ihr gehört auch der kleine Weinort Handthal, der vor kurzem zu einem der 100 Genussorte in Bayern gekürt wurde. Handthal steht wie kein anderer Ort in der Region „Weinpanorama Steigerwald“ für Genuss, vor allem Weingenuss. Die Weine kann man hier in Verbindung mit Fisch aus heimischen Gewässern, mit Kräutern aus dem Garten oder dem nahen Wald, mit heimischem Wild und anderen Köstlichkeiten so vielfältig wie an keinem anderen Ort in der Region genießen.

Weinflasche mit Brot

Frankenwein vom Forellenhof © ganz-hamburg.de

Die örtliche Gastronomie, die in Handthal mit seinen rund 120 Einwohnern eine außergewöhnliche Dichte erfährt, trägt mit überlieferten, aber auch modern interpretierten Rezepten zu besonderen Gaumenfreuden bei. Besonders schön ist eine wandernde Weinprobe durch die Weinberge bis hinauf zum Handthaler Stollberg. Hier kann man sich über die Geschichte des Weinbaus informieren und einen spektakulären Blick auf das Steigerwaldvorland genießen. Die „Genuss-Palette“ wird bei einem Besuch in den sechs gastronomischen Betrieben abgerundet.

Auf mehreren Bauernhöfen mit dem Thema „Landerlebnis Bauernhof“ kann man sich direkt vor Ort über die Arbeit auf dem jeweiligen Bauernhof informieren. Auf den saftigen Wiesen werden punktuell schottische Hochlandrinder und Charolais-Rinder extensiv gehalten. Das Fleisch wird örtlich direkt ab Hof vermarktet. Es ist ein Genuss für jeden Feinschmecker, dieses Fleisch in seiner vielfältigen Form in Kombination mit den anderen Köstlichkeiten wie Wein oder Kräuter zu genießen.

Iphofen: eine Hochburg für Wein und kulinarische Köstlichkeiten

Wein und gutes Essen – bei dieser Kombination läuft jedem Genießer das Wasser im Mund zusammen. Die fantasievolle und regionale Küche der Iphöfer Wirte bietet zusammen mit dem vielfältigen Weinangebot einen einmaligen Gaumenschmaus.

Ipenhofen Tordurchfahrt

Iphofen Tordurchfahrt Foto: Michael Koch

Von der Weinstube, Vinothek über Cafés bis hin zum Restaurant – Iphofen bietet alles, was der Gaumen begehrt. Egal, in welcher Atmosphäre – Gewölbekeller, Vinothek oder modernes Bistro – die Iphöfer Wirte und Köche schaffen es, durch individuelles Ambiente und Flair ihre Gäste immer wieder aufs Neue zu begeistern. Mit seinen regionalen Spezialitäten und dem Wein fokussierten Angebot wurde die Weinstadt Iphofen als einer der 100 besten Genussorte Bayerns ausgezeichnet.

Kochtopf mit Sud

Der Sud für Blauzipfel © ganz-hamburg.de

Ob fränkisch traditionell mit Bratwurst, Blauen Zipfeln und Schäufele oder fantasievollen und kreativen Menüs – die Kunst des Kochens beherrschen die Iphöfer Köche auf besondere Art. Die Weine der Iphöfer Winzer, die herzliche Gastfreundlichkeit und die Veranstaltungen runden die kulinarische Vielfalt perfekt ab.

 

Ganz besonderen Wert legen Iphofens Köche in ihrer Küche auf die regionale Herkunft ihrer Produkte. Mit diesen frischen, heimischen Zutaten zaubern die Iphöfer Küchenchefs feinste Menüs auf den Tisch.

Eichelschweinteller eine Spezialität

Iphofener Eichelschweinteller Foto: Agentur Zudem

Eine Iphöfer Spezialität sind die Produkte vom Eichelschwein: Wurstwaren, luftgetrockneter Schinken, Brotzeitspeck oder Salami. Ein Tipp: Am besten probiert man diese Köstlichkeiten als „Eichelschwein-Variation“ in der Vinothek Iphofen.

Wurstplatte

Zum Wein – die Brotzeitplatte mit fränkischen Spezialitäten © ganz-hamburg.de

Kitzingen: Kulinarische Wanderungen an Main 

Schon seit dem 15. Jahrhundert wird in der Kleinstadt am Main Wert auf Qualität gelegt: Das Kitzinger Weingesetz von 1482, oder auch erstes Fränkisches Weingesetz, beendete die in damaliger Zeit weit verbreitete Weinpanscherei – und das noch vor dem deutschen Reinheitsgebot!

Als Teil des Kitzinger Weinwanderweges kann man beim Lustwandeln den Trauben der fränkischen Klassiker wie Silvaner und Müller- Thurgau beim Wachsen zu schauen. Das malerische Mainufer, der Weinwanderweg und das ehemalige Gartenschaugelände sind die perfekten Orte um, hier seinen Picknick-Korb auszupacken. Gleich vier Gastronomen in der Innenstadt bieten fertig befüllte Körbe an: Die Spezialitäten innerhalb des Korbes reichen vom traditionell fränkischen Klassiker über italienische Feinkost bis hin zur bunten Vollwertkost.

Weinflasche

Grauer Burgunder © ganz-hamburg.de

Auch für Vegetarier kann der Korb passend gepackt werden. Darüber hinaus befindet sich ein kleiner süßer Abschluss sowie die passende Weinbegleitung oder nach Wunsch auch Bier im Korb. Wer den Kitzinger Picknick-Korb einmal testen möchte, kann diesen noch am selben Tag bestellen mit fünf Stunden Vorlaufzeit. 

Eine weiterer Lieferant für regionale Spezialitäten ist der Main: „Meefischli“ – so heißen kleine Fische, die geschuppt und ausgenommen mit Schwanz und Kopf im heißen Fett oder Öl knusprig gebacken werden. Passend dazu serviert man einen kräftigen Weißwein, wie beispielsweise einen trockenen Silvaner Kabinett.

Die-Mainschleife-Weinlage-Escherndorfer-Lump-Foto-Holger-Leue

Die-Mainschleife-Weinlage-Escherndorfer-Lump-Foto-Holger-Leue – Weinlage-Escherndorfer Lump Foto: Holger Leue

Volkach: weinkulinarische Entdecker-Tipps für Jedermann

Unter dem Stichpunkt „Genießer-Touren“ hat die Touristinformation Volkacher Mainschleife   zwei attraktive weinkulinarische Angebote neu  ins Gästeprogramm aufgenommen.

Das erste Angebot:  Mit dem Volkacher Vinotheken-Tour-Ticket „Ganz in weiß“ besuchen Passinhaber auf eigene Faust Weingüter, Vinotheken und Weinbars in der Altstadt. Insgesamt gibt es zwölf Anlaufstationen, an denen jeweils zwei Weißweine zur Wahl stehen. Der Passinhaber entscheidet sich vor Ort für einen der beiden. Das Tour-Ticket wird vorgelegt, das betreffende Weingut quittiert im Pass den Ausschank, und der ausgewählte Wein (0,05 l) wird ins Glas geschenkt. Völlig ohne Zwang kann der Pass-Inhaber im Anschluss die Vinothek oder die Weinbar verlassen und die nächste Anlaufstelle besuchen. Der Pass kostet 14 Euro und ist in der Touristinformation Volkacher Mainschleife im Rathaus direkt am Marktplatz in Volkach erhältlich. Wichtig: Der Pass muss nicht auf einmal eingelöst werden, sondern an jedem Urlaubstag und in x-beliebiger Reihenfolge. 

Die-Mainschleife-Weinlage-Escherndorfer-Lump-Foto-Holger-Leue

Die-Mainschleife, Weinlage-Escherndorfer-Lump-Foto-Holger-Leue – Weinlage-Escherndorfer Lump Foto: Holger Leue

Das zweite Angebot: Die Volkacher Gourmet-Häppchen-Tour. Mit einem Gästeführer tauchen Interessierte in die bunte Gastronomie- und Weinwelt der Volkacher Altstadt ein. Fünf kulinarische Stationen warten während der zweistündigen Tour auf die Teilnehmer. Es gilt fünf Häppchen beziehungsweise Speisen und drei Weine zu verkosten. Neben den kulinarischen Genüssen gibt es Wissenswertes rund um die Geschichte der Altstadt. Die Volkacher Gourmet-Häppchen-Tour kann zum Wunschtermin für Gruppen ab zehn Personen für 29 Euro pro Person gebucht werden. Wichtig: Alle Häppchen werden bei jeder Witterung im Freien eingenommen, es besteht kein Anspruch auf eine überdachte Plätze…

Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 09381 / 401 12 bei der Touristinformation Volkacher Mainschleife. Wer eine E-Mail schreiben möchte, um weitere Daten zu bekommen, schickt seine Zeilen einfach an tourismus@volkach.de!

 

 

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